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Delegierte für die Aufsichtsratwahl SAP

Wer kommt in den Aufsichtsrat?

02.04.2007 Tendenz nach der Delegiertenwahl: Werden die Alten die Neuen sein?

Die Wahl der Delegierten für die kommende Aufsichtsratswahl ist erst spät abends am 30.3. zuende gegangen, ohne dass man sofort den Überblick über alle Einzel-Ergebnisse erhalten konnte. Im Laufe dieses Tages sickerten die Abstimmungsergebnisse der 14 einzelnen Standorte durch. Damit kennt man aber auch nur die Namen der einzelnen Delegierten. Für wen diese sich in der kommenden Aufsichtsratswahl am 23.4.2007 entscheiden werden, ist völlig offen. Spekulationen machen bereits heftig die Runde.

Bekannte Gesichter
Die meisten Delegierten hat auf jeden Fall die Liste Stefan Schulz. Seine von SAP geduldeten Hauspost- und Mail-Attacken, sogar noch unmittelbar am 30.3., also am Wahltag selbst, haben sich für ihn offensichtlich gelohnt. Er wird diesmal 50 Delegiertenstimmen ganz aus eigener Kraft in die Waagschale werfen können. Dagegen kann Helga Classen nur weniger als halb soviel Delegiertenstimmen ihr eigen nennen, genau 23 - das reicht aber allemal für ein gut dotiertes Aufsichtsratsmandat. Ihr folgt ebenfalls ein bekannter Name im Aufsichtsrat - Willi Burbach mit 20 eigenen Stimmen für die Liste der Arbeitnehmervertreter. Na und Lars Lamade kann auch noch 19 Stimmen direkt für sich verbuchen - ob das auch diesmal für ein Aufsichtsratsmandat reicht, ist fraglich. Soweit die bekannten Gesichter.

40 % der Stimmen in Streubesitz
Die CGM-Liste Maier/Schennerlein hat in Summe 14 Stimmen. Die Liste von Panagiotis Bissiritsas hat 12 eigene Stimmen und die Liste ProMitbestimmung 10. Dies ist die gleiche Stimmenzahl wie sie Martin Walla für seine Liste verbuchen kann. Ohne fremde Hilfe ist damit kein Aufsichtsratsmandat zu gewinnen. Aber noch ist nicht aller Tage Abend - insgesamt verteilen sich die 187 Delegiertenstimmen der Arbeitnehmer auf ganze 17 Listen, da ist viel Raum für klärende Gespräche mit und ohne Pokerface. Wieviel Delegiertenstimmen dann in einem eigenen Wahlgang auf die drei Gewerkschaftslisten CGM, DBV und IGM/Ver.di entfallen, ist bis zur Stunde völlig offen. Das entscheiden die Delegierten unter sich am Tag der Aufsichtsratswahl.

Man sollte eher von Wahlenthaltung sprechen
Die Wahlbeteiligung ist alles andere als gut: Sie schwankt von 54 % (SAP AG Berlin) über SAP Walldorf/Rot ca. 40 % bis runter zur LGD - hier interessierten sich dem Vernehmen nach weit weniger als 30 % für die Ausgestaltung des Arbeitnehmerflügels im Aufsichtsrat. Konzernweit lag die Wahlbeteiligung dem Vernehmen nach unter 38 %. "Great place to work"? Wie lange noch?

Die Kapitalseite denkt weit über SAP hinaus
Auf der Kapitalseite lichtet sich allmählich der Nebel: Der ehemalige baden-württembergische Wirtschaftsminister und SPD-Politiker Dieter Spöri wird sein seit 1998 bestehendes Mandat aufgeben. Seinen Sitz soll das Mitglied des Zentralvorstands der Siemens AG, Klaus Wucherer, einnehmen. Außerdem wird dem Vernehmen nach der SAP-Mitbegründer Klaus Tschira den Aufsichtsrat des Softwarekonzern mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. Mai 2007 verlassen. Er scheidet aus persönlichen Gründen aus dem Gremium aus. Seine Aufsichtsratsmandat soll von einem weiteren "Externen" übernommen werden: Im Gespräch ist der frühere BMW-Chef Joachim Milberg. Damit weist die Kapitalseite 7 SAP-Externe von 8 AR-Sitzen aus. Wenn unter diesen Umständen die Arbeitnehmerseite weiterhin nur mit 8 SAP-MitarbeiterInnen besetzt würde, wäre das ein schlechtes Signal. Auch die Arbeitnehmerseite sollte das Angebot nutzen und externen Sachverstand in den Aufsichtsrat entsenden, zumal die Arbeitnehmerseite im SAP-Aufsichtsrat seit Juni 2006 keine Quasi-Betriebsratsfunktionen mehr hat.

Aufsichtsrat und Betriebsrat marschieren getrennter
Alles in allem wird also die Einflussnahme des Betriebsrats auf den Aufsichtsrat abnehmen. Eine eher schlechte Voraussetzung für eine gelebte Mitbestimmung. Wie gut, dass die Belegschaft im SAP-Konzern inzwischen auf die Mitbestimmung per Betriebsrat umgeschaltet hat. Auch der Vorstand hat mittlerweile seinen Frieden mit den deutschen Gesetzen geschlossen: Auf Seite 111 des neuen SAP-Geschäftsberichts heißt es: "Obwohl sich diese Betriebsräte erstmals formiert haben, ist die Wahl eines Betriebsrats für ein deutsches Unternehmen im Allgemeinen üblich".

Letzte Änderung: 20.03.2013


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