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IG Metall @ SAP

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Tarif 2007: Ergebnis und Anmerkungen

Tarifkonflikt endet kurz vor einem Flächenstreik

04.05.2007 Das Ergebnis liegt über 4 Prozent, die Laufzeit bei 19 Monaten - der diesjährige Tarifkonflikt ist damit beendet

Nach einer langen und intensiven Verhandlungsnacht zwischen dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg und der IG Metall scheint der sich anbahnende große Tarifstreit in der Metallindustrie in letzter Sekunde abgewendet worden zu sein. Heute einigten sich in Sindelfingen Südwestmetall (Arbeitgeberverband) und die IG Metall Baden-Württembergs auf folgende wesentlichen Eckpunkte eines neuen Entgelt-Tarifvertrags:

Tarifliche Eckpunkte 2007

Tarifliche Eckpunkte 2007
  • 400.- EUR Erhöhungsbetrag für die beiden Monate April und Mai (125.- EUR für Azubis);
  • ab Juni 2007 gibt's für 12 Monate +4,1 % Einkommenserhöhung für alle;
  • ab Juni 2008 gibt's für 5 Monate weitere +1,7 % Einkommenserhöhung für alle;
  • Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten zusätzlich für 5 Monate ab Juni 2008 monatlich einen Einmalbetrag von jeweils 0,7 % des tarifl. Einkommens (einschl. tariflicher Zulagen). Dieser sog. Konjunkturbonus geht allerdings nicht - wie die +4,1 % und die +1,7 % - in die Entgelttabelle ein, bildet also nicht automatisch die Basis für spätere Einkommenserhöhungen.
  • Auf der anderen Seite hat es die IG Metall geschafft, eine von der Arbeitgeberseite verlangte Differenzierung des Weihnachtsgeldes abzuwehren. Welcher Arbeitnehmer will schon ein Weihnachten mit bösen Überraschungen?

Die Gesamtlaufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt somit 19 Monate. Die Tarifverträge über die Entgelte und Ausbildungsvergütungen können mit 2 Monaten zum Monatsende, frühestens zum 31. Oktober 2008, gekündigt werden.

Allein durch Verhandlungen lässt sich eine Verbesserung des Tarifvertrages nicht erzielen

Begleitet war die intensive Verhandlungsrunde von zahlreichen Warnstreiks und auch spontanen Arbeitsniederlegungen in der gesamten Metallindustrie in Deutschland. Stellenweise wurden auch Überstunden von den örtlichen Betriebsräten abgelehnt. Allein durch Verhandlungen lässt sich ein solches Ergebnis nicht erzielen. Diese heftigen betrieblichen Aktionen und auch das aktuelle 3,6 % - Ergebnis in der Chemie-Industrie (ebenfalls plus Konjunkturbonus) dürften die Arbeitgeberseite davon überzeugt haben, dass ein Flächenstreik sehr schnell organisierbar ist und dass die IG Metall-Mitglieder damit auch nicht lange warten. Ein solcher Streik kommt der Industrie wesentlich teurer als eine schnelle tarifliche Einigung. Ob dieses 4,1 %-Ergebnis in Baden-Württemberg bundesweit Pilotcharakter für fast 3,4 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektrobranche hat, wird sich zeigen. Die Erklärungsfrist für beide Tarifparteien läuft bis zum 15. Mai 2007, 16.00 Uhr.

Nach Auffassung der IG Metall orientiert sich diese zweistufige Erhöhung der Entgelte an der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie an der ausgezeichneten wirtschaftlichen Lage der Metall- und Elektroindustrie 2007. Die jetzt von einigen Arbeitgeberverbänden (VDMA) geäußerte Kritik, "undifferenzierte Lohnerhöhungen führten letztendlich zu einem wachsenden Arbeitsplatzrisiko" ist wenig glaubwürdig. Die in den letzten Jahren geübte Lohnzurückhaltung hat die Arbeitsplätze auch nicht sicherer gemacht, rationalisiert wird immer.

Wie stehen im Vergleich dazu die SAP-MitarbeiterInnen da?

Was ist eigentlich ein Vorurteil? Siehe Linkliste ganz unten

Hier gibt es die 2,5 % Einkommenserhöhung, die der Arbeitgeberverband Südwestmetall von sich aus angeboten hat. Aber diese 2,5 % bekommen bei Weitem nicht alle SAP-Mitarbeiter, sondern dieser Erhöhungsbetrag ist bei SAP streng durchschnittlich zu verstehen - der eine bekommt nichts (bis hin zur jahrelangen Nullrunde), der andere dafür etwas mehr. Gerechtigkeit á la SAP. Um dies zu ändern, müssten die SAP-MitarbeiterInnen über ihre Einkommenssituation mit ihren KollegInnen offen diskutieren, ihre Vorurteile gegenüber der Gewerkschaft abbauen und bei Einkommensfragen und anderen elementaren Vertragsgestaltungen organisierter auftreten.

Es wäre aber auch an der Zeit, dass der neu gewählte Betriebsrat sich der Problematik der "SAP-Nullrunden" und der willkürlichen Entgeltdifferenzierungen mit seinen umfassenden Informations- und Mitbestimmungsrechten annimmt (siehe § 87 Abs.1 Nr.10 BetrVG - Linkliste).

Letzte Änderung: 14.08.2009


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