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Neuer Tarifabschluss: Die Tarifgemeinschaft Transnet/GDBA kann sich durchsetzen

09.07.2007 Die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA kann sich durchsetzen

Die Eisenbahnergewerkschaft TRANSNET hat zusammen mit der GDBA, Gewerkschaft der Bahnangestellten (früher Teil des Beamtenbundes) heute ihren Tarifstreit mit der Deutschen Bahn beigelegt. Das Ergebnis: 4,5 Prozent mehr Einkommen ab dem 1.1.2008 und für die Monate Juli bis Dez. 2007 eine Einmalzahlung von 600 Euro. Dieser durch die Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA erreichte neue Tarifvertrag mit 19 Monaten Laufzeit (1.7.2007 bis 31.1.2009), mit dem auch die von der Arbeitgeberseite geforderte Arbeitszeitverlängerung abgewehrt werden konnte, kann sich sehen lassen. Er gibt den rund 134.000 Beschäftigten bei der Bahn wieder etwas mehr Luft und er unterstützt auch die immer lauter werdende Forderung der Gewerkschaften: "Arbeitnehmer, die in Vollzeit arbeiten, müssen davon leben und die Existenz einer Familie sichern können". Ohne letztendlich mehrfache und flächendeckende Warnstreiks wären die Verhandlungen nicht in Gang gekommen und ohne geschicktes Verhandeln mit Augenmaß wäre diese beachtliche Gehaltserhöhung undenkbar gewesen.

Getrennte Wege

3 von 4 Lokführer sind in der GDL organisiert

Aber zu denken gibt, dass die rund 32.000 Lokführer und Zugbegleiter nicht mit von der Partie sind: Sie fordern, soweit sie Mitglied in der kleineren "Gewerkschaft der Lokführer" GDL sind, für ihre Berufsgruppe wesentlich größere Tarif-Erhöhungen - was man bei Kenntnis der derzeitigen Entlohnung versteht - ein Einstiegsgehalt von 1970.- EUR im Monat ist für einen Lokführer wahrlich wenig. Und Zulagen dürfen nicht zum Gehalt gerechnet werden, weil sie meist einen finanziellen Ausgleich für körperliche Gefahren oder andere extreme Belastungen darstellen - Beispiel: Zuschläge für Nacht-, Sonntags-, Feiertags- und Schichtarbeit. Aber über die geforderte Tarifanhebung hinaus will die GDL seit Mai 2006 einen eigenständigen Tarifvertrag - einen sog. Fahrpersonaltarifvertrag (FPTV). Damit würde ein gemeinsamer "Flächentarifvertrag Schiene" für alle Bahn-Gewerkschaften in weite Ferne rücken.

Auch ein gemeinsamer Tarifvertrag kann unterschiedliche Belastungen regeln

Gemeinsamkeit tut Not

So notwendig und verständlich der Kampf um Lohnerhöhungen für abhängig Beschäftigte ist, insbesondere bei einer in Fahrt gekommenen Wirtschaft, so bedenklich ist aber eine Entwicklung, bei der die Arbeitnehmer ihre Ziele und Forderungen getrennt, teilweise sogar gegeneinander durchzusetzen versuchen. Eine fehlende gesellschaftliche Solidarität bei der Durchsetzung der Ziele einzelner Arbeitnehmergruppen gefährdet meist die Grundlage aller gewerkschaftlichen Maßnahmen, was sehr schnell für alle Beschäftigten Nachteile mit sich bringen kann. Ein sog. Flächentarifvertrag Schiene scheint für die Einheitsgewerkschaft TRANSNET der einzige Weg zu sein, Lohn- und Sozialdumping im Wettbewerb der diversen Verkehrsunternehmen zu verhindern. Die deutsche Gewerkschaftsbewegung hat in ihrer über 130-jährigen Geschichte schon viele Abtrennungen und Spaltungen miterleben müssen. Immer war es der einträglichere und auch der gesellschaftlich bessere Weg, wenn die Beschäftigten einer Branche sich nicht gegeneinander ausspielen ließen und intern auf eine gemeinsame Linie verständigten.

TRANSNET

Die Gewerkschaft TRANSNET - Transport, Service, Netze - ist die Nachfolgerin der im DGB beheimateten "Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands" (GdED), deren Gründung auf das Jahr 1896 zurückgeht. Die nach der Bahn-Privatisierung umbenannte TRANSNET hat nach eigenen Angaben mehr als 270.000 Mitglieder aus etwa 100 Berufen. Sie vertritt die Interessen der Beschäftigten der Deutschen Bahn AG ebenso wie die tariflichen Interessen der Mitarbeiter bei über 280 anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen.

GDBA

Die Verkehrsgewerkschaft GDBA - Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter - ist vor mehr als 50 Jahren gegründet worden und hat aktuell rund 65.000 Mitglieder. Die GDBA ist ebenso wie die GDL Mitglied in der "dbb tarifunion" (öffentlicher Dienst).

GDL

Die GDL - Gewerkschaft der Lokführer - vertritt insgesamt rund 30.000 Mitglieder und ist damit der kleinste Bahnangestellten-Verbund. Aber drei von vier Lokführern sind Mitglied der GDL. Die Lokführer-Vertretung fordert nicht nur massive Lohnerhöhungen sowie die Verkürzung der Arbeitszeit von 41 auf 40 Wochenstunden, sondern darüber hinaus einen eigenen Sparten- bzw. Berufsgruppentarifvertrag (FPTV) für die Lokführer und Zugbegleiter. Letzteres führte zum Bruch der bis dahin gelebten Tarifgemeinschaft im Bahnsektor.

Tarifgemeinschaft

Die im Jahr 2005 zwischen den beiden Bahn-Gewerkschaften TRANSNET und GDBA gegründete Tarifgemeinschaft TRANSNET/GDBA (TG) ist bisher zuständig für sämtliche Tarifabschlüsse im Bahnbereich und wird von der Arbeitgeberseite, DB Konzern, auch für alle Tarifverhandlungen angesprochen.

Letzte Änderung: 20.03.2013


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