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Stefan Kohl neuer stv. BR-Vorsitzender

Stefan Kohl neuer stellv. BR-Vorsitzender bei der SAP AG

10.01.2008 Neuwahl im Betriebsrat der SAP AG Klaus Gassmann legt sein Amt als stellv. BR-Vorsitzender nieder Stefan Kohl wird zum neuen stellv. BR-Vorsitzenden gewählt

Der am 21.6.2006 erstmalig auf Betreiben der gewerkschaftlich unterstützten Liste ProBetriebsrat / Pro Mitbestimmung gewählte Betriebsrat der SAP AG hat seit heute einen neuen stellvertretenden BR-Vorsitzenden: Stefan Kohl von der Liste "MUT" löst den zurückgetretenen Klaus Gassmann ab.

Klaus Gassmann (Liste MUT) hat seinen Posten als stellvertretender BR-Vorsitzender mit heutigem Datum niedergelegt, weil laut eigenen Angaben seine 50-prozentige Teilzeittätigkeit das erforderliche hohe Engagement für die Stellvertretertätigkeit nicht mehr zulässt.

Insbesondere beklagt Klaus Gassmann die zunehmend polarisierenden Verhältnisse innerhalb des Betriebsrats. Das wirft allerdings Fragen auf, denn die beiden eng zusammen arbeitenden Listen (Wir für Dich = 16 Mandate) und seine Liste MUT (11 Mandate) stellen immerhin über 70 % der 37 BR-Mandate bei der SAP AG dar.

Stefan Kohl: Neuer BR-Vorsitzender der SAP AG (Liste MUT)

Stefan Kohl hat bei seiner heutigen Kandidatur zum stellv. Vorsitzenden 23 Stimmen von 37 auf sich vereinen können. Bei seiner Kandidatur zur BR-Wahl hat er auch ein paar knappe Angaben über seine Schwerpunkte in der BR-Arbeit vorgestellt. Er möchte mit seinem Engagement u.a. dafür sorgen, dass

  • es eine Alternative zu gewerkschaftsnahen Listen gibt
  • es keine Ämterhäufung gibt. Betriebsräte sollten nicht gleichzeitig auch Arbeitnehmervertreter (im Aufsichtsrat) sein
  • endlich wieder mehr Transparenz einkehrt
  • Dinge, die falsch laufen, wieder offen angesprochen werden dürfen.

Diese Statements werfen aber mehr Fragen auf als dass sie Antworten liefern:

Alternative zu gewerkschaftsnahen Listen

Eine Alternative zu gewerkschaftsnahen Listen hat zuletzt auch die Siemens AG mit einem zig Mio. Euro teuren Engagement für die Liste AUB versucht (siehe Link unten). Dem Geschäftsführer dieser Gruppierung wirft man unter anderem eine Behinderung der Betriebsratstätigkeit zugunsten der Arbeitgeberseite vor - mal ganz abgesehen davon, dass Gewerkschaften vom Grundgesetz gewollt und gefördert werden.

Die Betriebsratsgründer bei der SAP AG

Die in Art. 9 (3) GG geschützte Koalitionsfreiheit bezieht sich vor allem auf die Gründung und den Bestand von Organisationen, die auf die kollektive Gestaltung des Arbeits- und Wirtschaftslebens ausgerichtet sind. Ein Betriebsrat tut also gut daran, die Erfahrung und das Wissen der in Gewerkschaften aktiven Arbeitnehmer für sich zu nutzen statt dagegen anzukämpfen. Und zur Erinnerung: Ohne das Durchhaltevermögen der gewerkschaftsnahen Liste ProMitbestimmung gäbe es bis heute keinen Betriebsrat bei der SAP AG und Stefan Kohl hätte damit bis heute weder BR-Mandat noch den stellv. BR-Vorsitz.

Thema Ämterhäufung

Eine Ämterhäufung zu vermeiden ist löblich. Aber es muss kein Widerspruch sein, wenn man einerseits als BR-Mitglied die Interessen der ArbeitskollegInnen bei der täglichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen wahrnimmt und andererseits als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat im Interesse der Belegschaft die Vorstandstätigkeit kontrolliert. Immerhin behaupten Helga Classen (BR-Vorsitzende), Willi Burbach (DBV) und Gerhard Maier (CGM) von sich, diesen Spagat zu meistern. Und auch ein Blick auf die Seite der Anteilseigner zeigt, wie viele Ämter diese Herren auf sich nehmen, ohne an ihrer Schaffenskraft und an ihrer Unabhängigkeit zu zweifeln. Stefan Kohl sollte mehr auf Unabhängigkeit von der Arbeitgeberposition bedacht sein, denn das ist es, was die Belegschaft von einem Betriebsrat verlangen kann.

Dinge, die falsch laufen

Die beiden letzten Statements von Stefan Kohl könnte man nachträglich als Kritik an Klaus Gassmanns 18-monatiger Amtsführung verstehen. Dann hätte er aber auf seiner eigenen Liste MUT - aus der ja Klaus Gassmann wie auch Stefan Kohl stammen - schon längst für eine Verbesserung der Verhältnisse sorgen können. Und eine Anmerkung zum Schluss: Auch wenn Stefan Kohl jetzt stellv. BR-Vorsitzender ist - immer dann, wenn Helga Classen ihr Amt als BR-Vorsitzende wahrnimmt, ist er weiterhin ein ganz normales BR-Mitglied wie die letzten 18 Monate auch.

Letzte Änderung: 07.10.2008


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