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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Arbeitsschutztag 2008 in Heidelberg

Gefährdungsbeurteilungen minimieren Risiken

06.11.2008 Die IG Metall Heidelberg gönnt sich einen Tag für den Erfahrungsaustausch zur Erhaltung der Gesundheit und für die Verbesserung des Arbeitsschutzes (siehe auch Bilder im Anhang)

Dass sich die IG Metall für die Erhöhung des Entgelts der abhängig Beschäftigten einsetzt, ist allgemein bekannt. Leider tut sich der Arbeitnehmer ja nicht so leicht damit, an der jährlichen Produktivitätssteigerung und an der Rendite des Unternehmens angemessen beteiligt zu werden. Vier-Augen-Gespräche mit den Vorgesetzten allein sind selten zielführend. Allzu häufig sind harte Tarifverhandlungen mit Streikandrohungen oder sogar massive Streiks die Voraussetzung dafür, von dem erwirtschafteten Kuchen auch einen Anteil in die Taschen der Arbeitnehmer fließen zu lassen.

Siegfried Schroth von der IG Metall moderierte den Arbeitsschutztag 2008

Die mit den Tarifverhandlungen verbundene Geräuschkulisse und die daraus resultierende Medienaufmerksamkeit lässt die beiden anderen Hauptaktivitäten der IG Metall allzu häufig in den Hintergrund geraten: Das Thema Dauer und Lage der Arbeitszeit und das für die Beurteilung eines guten Arbeitsplatzes und für die Erhaltung der Gesundheit unerlässliche Thema Arbeitsschutz.

Um die Notwendigkeit einerseits, aber auch die beachtlichen Erfolge auf dem Gebiet des betrieblichen Arbeitsschutzes ins Bewusstsein zu heben, hat die IG Metall in Heidelberg beschlossen, neben den zahlreichen anderen Aktivitäten jährlich auch einen gesonderten Arbeitsschutztag abzuhalten (im Bild Siegried Schroth, der in Heidelberg für Arbeitsschutz zuständige Sekretär der IG Metall). In unserer Linkliste können Sie die Themen des Arbeitschutztages 2006 (Tatort Betrieb) und 2007 (u.a. "Chronisches Erschöpfungssyndrom") nachlesen.

Schwerpunkte des diesjährigen Arbeitsschutztags

Dieses Jahr war es am 28.10.2008 wieder soweit, Arbeitsschutzexperten, namhafte Referenten aus den umliegenden Berieben und aus der IG Metall zu folgenden Themen zu Wort kommen zu lassen:

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Eingliederungsmanagement
  • Das IGM- und DGB-Projekt "Gute Arbeit"
  • Praxisberichte aus der Welt des Arbeitsschutzgesetzes und zum betrieblichen Umweltschutz

und last but not least

  • Pfleglicher Umgang mit seiner lebenslangen Arbeitskraft - WorkLifeBalance.

Gefährdungsbeurteilung und Prävention zur Beseitigung von Schwierigkeiten

Gesundheitsgefahren erkennen bevor sie sich auswirken

Dr. Max Geray vom Büro für Arbeitsschutz & Betriebsökologie, Hamburg, eröffnete den Reigen mit der Vorstellung des § 84 SGB IX - Prävention zur Beseitigung von Schwierigkeiten im Arbeits- oder sonstigen Beschäftigungsverhältnis. Vorbeugen ist besser als heilen - wie man weiß. Diese Erkenntnis wird aber selten im Alltag berücksichtigt. Also können in diesem Zusammenhang der gesetzliche Auftrag zur Gefährdungsbeurteilung und die Unterstützung dieses Auftrages durch die dem Betriebsrat in die Hand gegebenen Mitbestimmungsrechte nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit Hilfe der im Arbeitsschutzgesetz verankerten Rechte soll die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gesetzlich konkretisiert und abgesichert werden.

Dazu wurde ganz besonders auf den 20.-24.April 2009 verwiesen: die Hamburger Fachtagungen zum Thema "Arbeitsrecht, moderner Gesundheitsschutz und dessen betriebliche Umsetzung, Gefährdungsbeurteilung als Innovation, Regelkreis im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz" gehen in ihr 10. Jahr! Siehe Link unten in der Linkliste und 4. Bild im Anhang.

Das IG Metall Projekt "Gute Arbeit"

Gute Arbeit ist ein Markenzeichen geworden

Klaus Pickshaus - Leiter des Projekts "Gute Arbeit" und des Ressorts Arbeits- und Gesundheitsschutz beim Vorstand der IG Metall gab einen Überblick über die schon seit Jahren unermüdlichen Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitsplatzqualität. Gute Arbeit ist ein Markenzeichen geworden. Nicht nur für die IG Metall und andere Gewerkschaften. Auch Politiker treten neuerdings mit dem Leitbild "Gute Arbeit" an. Das zeigt, dass sich immer mehr Menschen für qualifizierte und humane Arbeit einsetzen - gegen Niedriglöhne, überlange Arbeitszeiten und inhumane Arbeitsbedingungen, die krank machen. Allerdings ist auf dem Gebiet der Gefährdungsbeurteilung der Unterschied zwischen Theorie und Praxis beachtlich: Viele Betriebsräte stufen die Notwendigkeit des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung sehr hoch ein (77 % laut WSI-BR-Befragung). Aber das Engagement ist in der Praxis viel geringer, nur 30 % (13% einmal, 17 % mehrmals) haben tatsächlich eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt - das muss besser werden!

"Gute Arbeit" aus Sicht der Beschäftigten bedeutet:

« Gute Arbeit » aus Sicht der Beschäftigten
  • Ein festes, verlässliches und auskömmliches Einkommen
  • Eine unbefristete Beschäftigung
  • Kreativität in der Arbeit
  • Achtung und Schutz der Gesundheit
  • Persönliche und berufliche Anerkennung
  • Angenehmes Betriebsklima

Belastungstests in der Arbeitswelt

Ingo Marschner aus der IGM-Verwaltungsstelle Mannheim

Kann man sich für "gute Arbeit" einsetzen, ohne die Belastungen des jeweiligen Arbeitsplatzes untersucht zu haben? Ingo Marschner von der IG Metall Mannheim berichtete über seine reichhaltigen Erfahrungen bei der Umsetzung des Belastungstests in der Arbeitswelt. Allein in Mannheim gibt es z.Z. 12 Betriebe, in denen eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird. Die Verwaltungsstelle Mannheim unterstützt und betreut die Umsetzung des gewerkschaftlich durchgesetzten Belastungstests durch den örtlichen, gewerkschaftl. Arbeitsschutz-Arbeitskreis. Dieser trifft sich monatlich, um Erfahrungen über neue Maßnahmen auszutauschen. Das ist gelebter Arbeitsschutz.

Umweltschutz im Betrieb und im Unternehmen

Wie misst man den Grad der Gefährdung?

Ulrike Schweizer, Fa. Lincoln GmbH in Walldorf, berichtete kenntnisreich aus ihrer Praxis als aktive Umweltmanagerin. Auf Initiative des Betriebsrats hat Lincoln 1995 an dem Forschungsprojekt "Umweltmanagement mit Arbeitnehmerbeteiligung" teilgenommen, was zur europaweiten Eco-Audit-Verordnung EMAS führte (EMAS = Eco-Management and Audit Scheme). Bei Lincoln ist übrigens der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Umweltmanagement integriert - ein interessantes Beispiel. Neben den zahlreichen Erfolgen in ihrem Tätigkeitsgebiet gab sie aber auch zu bedenken, dass insbesondere die "Analyse der psychischen Belastung" bei zukünftigen Gefährdungsanalysen an Bedeutung gewinnen muss, wenn wir den modernen Arbeitsabläufen gewachsen sein und den darin Arbeitenden gerecht werden wollen.

WorkLifeBalance als umfassende Prävention

Dauerhafter Erschöpfungszustand überschattet sämtliche sozialen Beziehungen

Ralf Kronig, Gründungsmitglied des Betriebsrats der Walldorfer SAP AG, machte auf die Notwenigkeit aufmerksam, die "lebenslange Erhaltung der Arbeitskraft" und damit die Erhaltung der Gesundheit der Beschäftigten in der IT-Industrie schärfer unter die Lupe zu nehmen. Die relativ gut gestalteten modernen Arbeitsplätze und eine High-Tech PC-Landschaft mit kostenlosem Mittagessen und überall verfügbaren Kaffee-Ecken darf nicht darüber hinweg täuschen, dass eine fehlende Begrenzungen der Arbeitszeit (Stichwort: Vertrauensarbeitszeit) bei steigendem Gruppendruck und zunehmenden Teminengpässen (Stichwort: Zielvereinbarung, Lohnanreizsysteme), nicht begrenzbaren Störungseinflüssen und ausuferndem "Multitasking" leicht zu psychischen Überforderungen der Arbeitnehmer führen kann.

Deine Zeit ist dein Leben

Die forcierte Selbstorganisation sowie die räumliche und zeitliche Flexibilität von Arbeit verwässern zunehmend die Trennungslinien zwischen Arbeits- und Privatzeit. Überstundenkultur und Suchtverhalten als Arbeitsfalle - entgrenzte Verfügbarkeit des Arbeitsplatzes kann schleichend zu Burnout-Syndromen heranwachsen. Wenn man die Schädigung merkt oder der Geschädigte auffällig wird, kann es schon zu spät sein, denn der gefährliche Erschöpfungszustand überschattet sämtliche soziale Beziehungen. Hier muss ein Betriebsrat frühzeitig ansetzen, bei der Stärkung der Gefährdungswahrnehmung und bei der präventiven Gestaltung der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen.

Wir haben in der Linkliste viele Hinweise zusammen getragen, die für eine Vertiefung des umfangreichen Arbeitsschutzthemas geeignet sind.

Anhänge:

Siegfried Schroth, IGM Heidelberg, moderierte den Arbeitsschutztag

Siegfried Schroth, IGM Heidelberg, moderierte den Arbeitsschutztag

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Eröffnung der 3. Arbeitsschutztagung in Heidelberg

Eröffnung der 3. Arbeitsschutztagung in Heidelberg

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Dr. Geray aus Hamburg über die Gefährdungsbeurteilung

Dr. Geray aus Hamburg über die Gefährdungsbeurteilung

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Hinweis auf die Fachtagung in Hamburg 20.-24. April 2009

Hinweis auf die Fachtagung in Hamburg 20.-24. April 2009

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Klaus Pickshaus über das Projekt "Gute Arbeit" der IG Metall

Klaus Pickshaus über das Projekt "Gute Arbeit" der IG Metall

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Ulrike Schweizer - Umweltmanagerin der Fa. Lincoln

Ulrike Schweizer - Umweltmanagerin der Fa. Lincoln

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Ralf Kronig, BR-Gründungsmitglied bei der SAP AG, im Gespräch mit Klaus Pickshaus IGM

Ralf Kronig, BR-Gründungsmitglied bei der SAP AG, im Gespräch mit Klaus Pickshaus IGM

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Ralf Kronig referierte über "Work Life Balance"

Ralf Kronig referierte über "Work Life Balance"

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Letzte Änderung: 04.02.2015


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IG Metall Heidelberg | Friedrich-Ebert-Anlage 24 | D-69117 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 9824-0 | Telefax: +49 (6221) 9824-30 | | Web: www.heidelberg.igm.de

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