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IG Metall @ SAP

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Ernie nutzt die Gunst der Stunde

Erwin Gunst - neuer Arbeitsdirektor im Vorstand der SAP AG

26.11.2008 Erwin Gunst wird neuer Arbeitsdirektor im Vorstand der SAP AG

Wie wir bereits am 31.10.08 vermutet hatten, ist Erwin Gunst der Nachfolger des am 31.5.2009 ausscheidenden Claus Heinrich. Heute am 26.11.08 hat der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, dass Erwin Gunst ab 1.1.2009 offiziell als Arbeitsdirektor im Vorstand der SAP AG tätig sein wird.

Der Belgier Erwin Gunst, der SAP-intern "Ernie" genannt wird, hatte SAP 2002 aus persönlichen Gründen verlassen, um sich ein Sabbatical zu gönnen - heißt es. 2004 kehrte er zu SAP zurück und seit dem 1. Juli 2008 ist er Vorstandsmitglied und Chief Operating Officer der SAP AG.

Er wird zukünftig als Arbeitsdirektor die Verantwortung für Personal, IT und die Entwicklungszentren in der SAP AG übernehmen. Dies zusätzlich zu seiner bisherigen Tätigkeit als Chief Operating Officer (COO). Probleme durch die Kombination der unterschiedlich ausgerichteten Rollen des COO und des Arbeitsdirektors werden sich natürlich auch die ArbeitnehmervertreterInnen im Aufsichtsrat vorstellen können; das hat aber nicht gereicht, um eine solch kritische Kombination abzuwenden:

  • Als COO ist Erwin Gunst verantwortlich für die Effizienz des operativen Geschäfts und der Prozesse, also für Kostenreduzierung und Straffung der Organisation,
  • als ARBEITSDIREKTOR hat derselbe Erwin Gunst eine gewisse Balance zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen zu wahren.

In den meisten Aufsichtsräten der Dax-Unternehmen ist es üblich, dass ein Arbeitsdirektor nicht gegen das Votum der Arbeitnehmerseite ins Amt gehoben wird. Laut Mitbestimmungsgesetz ist für die Wahl eines Vorstandmitglieds eine Mehrheit von 2/3 der Aufsichtsratsstimmen erforderlich (siehe unten in der Linkliste). Wenn man davon ausgeht, dass die Arbeitgeberseite geschlossen für den Vorschlag "Erwin Gunst" gestimmt hat, dann müssten zumindest 3 der Arbeitnehmervertreter zugestimmt haben. Informationen aus dem Betriebsrat und aus der Belegschaft lassen sogar vermuten, dass sich nur eine Minderheit der acht Arbeitnehmervetreter für Erwin Gunst ausgesprochen hat. Das wäre für die Belegschaft kein gutes Zeichen, denn ein Arbeitsdirektor, der keine breite Unterstützung von der Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat erwarten kann, wird sich im Vorstand kaum mit arbeitnehmerorientierten Ideen durchsetzen können. Diejenigen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der SAP AG, die Erwin Gunst ihre Stimme gegeben haben, hoffen und vertrauen offensichlich darauf, dass der Zielkonflikt, der den entgegengesetzten Rollen innewohnt, durch Erwin Gunst zugunsten der Arbeitnehmer aufgelöst wird. Worauf diese Pro-Gunst-Personen ihre fromme Hoffnung stützen, ist nicht gesagt worden. "Gut gemeint" ist erfahrungsgemäß das Gegenteil von "gut".

Umso wichtiger scheint es uns, dass die SAP-Belegschaft inzwischen einen Betriebsrat hat, der mit seinen Mitbestimmungswerkzeugen eingreifen und zukünftige Personalentscheidungen mitgestalten kann, sollte der Zielkonflikt des Erwin Gunst doch mal den Interessen der ArbeitnehmerInnen zuwider laufen.

Letzte Änderung: 18.03.2013


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