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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Vertrauen in den Vorstand?

Vertrauen ist nur dort gerechtfertigt, wo Kontrolle möglich ist

01.02.2010 Léo Apotheker fordert die SAP-Belegschaft auf, Rückmeldung zum Thema "Vertrauen" zu geben

Der Betriebsrat der SAP AG berichtet per Rundmail aktuell

Anläßlich der Globalen Mitarbeiterversammlung am 28.01.2010 wurde bekannt gegeben, dass der "Employee Satisfaction" Index 2009 um 15 Bewertungspunkte gefallen ist. Die Zustimmungsrate zur Frage des Vertrauens in den Vorstand wurde demzufolge nur noch von ca. 50% der Mitarbeiter positiv beantwortet.

Der Vorstandsvorsitzende Léo Apotheker der SAP AG hat daraufhin die Frage nach dem Vertrauen der Kolleginnen und Kollegen in den Vorstand und insbesondere in seine Person direkt angesprochen. Er hat dabei deutlich gemacht, dass ihn dieses Ergebnis betroffen gemacht hat. Da er diese Reaktion der Belegschaft nicht nachvollziehen kann, hat er dazu aufgefordert, ihm direkt Rückmeldungen zu geben.

Fragen

Léo fordert Vertrauen

Ob die Belegschaft dieser Aufforderung vertrauensvoll Folge leistet? Weiß Léo Apotheker wirklich nicht, dass es 2009 bei SAP neben anderen einschneidenden Maßnahmen

  • einen massivem Personalabbau
  • die Einführung der SCRUM-Methode (steigende Leistunganforderung durch immer häufigeres Sich-rechtfertigen-müssen "creating a rapid feedback loop to the entire product creation process")
  • und obendrein eine generelle Nullrunde für die gesamte SAP-Belegschaft gegeben hat?

Den Verursachern des erzielten Gewinns, der Belegschaft, eine rigorose Nullrunde zuzumuten, d.h. Reallohnverlust trotz unerwartet hohem Gewinn der SAP im Jahr 2008, weckt alles andere als Vertrauen. Unter Vertrauen wird im Allgemeinen die durch gemeinsame Werte begründete Annahme verstanden, dass Entwicklungen einen positiven oder erwarteten Verlauf nehmen. Vertrauen muss aber von Hoffnung unterschieden werden. Hoffnung ist eine zuversichtliche Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht.

Aber wenn sparen, entlassen und schrumpfen das Einzige ist, was die Belegschaft vom ihrem neuen SAP-Vorstand verordnet bekam, wird selbst "Hoffnung auf bessere Zeiten" zur reinen "Blauäugigkeit", auch blindes Vertrauen genannt. Im Allgemeinen gilt ja der Grundsatz: Einem, dem man alles zutraut, vertraut man nicht. Wir sind anlässlich dieses Ergebnisses gespannt, ob SAP trotzdem wieder Arbeitgeber des Jahres wird.

Letzte Änderung: 16.03.2013


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