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DGB-Index Gute Arbeit

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21.12.2010 Die Beschäftigten bleiben skeptisch. Zum vierten Mal haben Beschäftigte in ihre Arbeitsbedingungen weitgehend konstant als sehr kritisch bewertet.

Für menschengerechte Arbeitsgestaltung bleibt noch viel zu tun

DGB-Index Gute Arbeit: Die Beschäftigten bleiben skeptisch - Die weiteren Aussichten sind mittelmäßig bis schlecht

Zum vierten Mal haben Beschäftigte in einer repräsentativen Befragung - http://www.dgb-index-gute-arbeit.de/ - ihre Arbeitsbedingungen weitgehend konstant als sehr kritisch bewertet. Die veröffentlichten Befunde des Jahres 2010 zeigen dies in aller Deutlichkeit und Genauigkeit.

Ergibt schon der Gesamtindexwert bei allen Befragten nur lahme 59 (von 100 möglichen) Punkten, so offenbart die Unterscheidung zwischen Nicht-Krisenbetroffenen und Betroffenen eine sehr viel größere Differenz: Bei den Nicht-Betroffenen kommt der Indexwert auf 63 Punkte, dagegen sind es bei denjenigen, die die Krise in ihrem Unternehmen hautnah erlebt haben, mit 53 Punkten. Mit noch mehr Stress und Druck aus der Krise: 2010 haben 15% der Beschäftigten eine gute Arbeitsqualität, 52% eine mittlere und 33% eine schlechte Arbeitsqualität.

Eine der auffälligsten Krisenfolgen ist der Anstieg der Arbeitsintensität: Brachte die Krise der Mehrzahl der Arbeitenden mehr Unsicherheit, Stress und Druck, so soll das nach dem Wunsch der Arbeitgeber für die Phase des konjunkturellen Aufschwungs zum Maßstab werden und so weitergehen.

Jetzt wo die Konjunktur wieder angesprungen ist, setzen sie massiv auf den radikalen Umbau von Unternehmensstrukturen mit dem Ziel der (Personal-)Kostensenkung. Der Leistungsdruck nimmt weiter zu. Diese Index-Befunde werden auch von anderen Erhebungen und Befragungen bestätigt - auch bei SAP.

So wundert es nicht, dass der Anteil derjenigen gewachsen ist, die nicht glauben, am Arbeitsplatz gesund bis zur Rente durchhalten zu können. Lag dieser Anteil 2004 noch bei 24%, war er bis 2010 auf 36% gestiegen. Je schlechter die Arbeit, desto skeptischer die Zukunftsprognosen, auch wenn zu hochbezahlte Vorstandsmitglieder keine "Nörgler" mögen, eine klare Bewertung.

Der genauere Blick auf die Index-Ergebnisse 2010 lohnt sich. Hier Ausschnitte:

Es sei "erschreckend", dass ein Drittel der Befragten die Arbeitsplätze als "mangelhaft" einstufe, wogegen nur 15% der Befragten ihre Arbeitsbedingungen als "nicht belastend" bewertet hätten.

Zeitdruck bei der Arbeit empfanden in hohem oder sehr hohem Maße 61% der Beschäftigten, die von erhöhter Intensität betroffen waren, 39% gaben an, dies sei nie oder in geringem Maße der Fall.

Sonderauswertungen: Auf die Pflegeverpflichtungen von Beschäftigten wird in der Arbeitswelt kaum Rücksicht genommen. Obwohl der Bedarf z.B. an einer entsprechenden Work-Life-Balance vor dem Hintergrund der Alterung der Erwerbsbevölkerung zunimmt. Der DGB-Index 2010 stellte den Beschäftigten auch die Frage "Glauben Sie, dass mit ihren persönlichen Daten im Betrieb sorgsam umgegangen wird?": Insgesamt vermutet ein Fünftel der Beschäftigten, dass es keinen oder fast keinen wirksamen Datenschutz gibt. Das ist genau besehen ein hoher Anteil, denn auch Bewertungen wie "in geringen Maß" dürfte es nach dem Willen des Gesetzgebers eigentlich nicht geben.

Nun wird wieder auf "verfehlte Ansätze" gebaut: Der Beschäftigungsaufbau gründe sich weitgehend auf prekäre Arbeitsverhältnisse: zusätzliche Beschäftigung werde "zu 43% über Leiharbeit, zu 42% über sachgrundlose Befristungen und nur zu 15% über unbefristete Normalbeschäftigung" gedeckt.

Insgesamt belegt der aktuelle DGB-Index: Die Zunahme des Leistungsdrucks und der Arbeitsintensität ist nach der Krise zu einem zentralen arbeitspolitischen Problemfeld geworden. Und somit bewerten 72% die Existenz tarifvertraglicher Regelungen als etwas "Wichtiges" oder "sehr Wichtiges".

Im Dienstleistungssektor urteilt das Gros der Beschäftigten kritisch: 67% empfinden laut DGB-Index Gute Arbeit als "in sehr hohem Maße belastend". Wer dagegen gute Arbeitsbedingungen vorfindet, dem macht professionelle Freundlichkeit kaum etwas aus.

Letzte Änderung: 21.12.2010


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