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Programm zur Mitarbeiterauslese

Ranking wie beim Militär

23.09.2003 Der Chiphersteller Infineon muss einen Rückzieher bei seinem Programm zur Mitarbeiter-Auslese machen

Die vom Vorstandschef Ulrich Schumacher propagierte Einführung einer "Performance Culture", mit der jedes Jahr die "schwächsten fünf Prozent" der Infineon-Mitarbeiter - sogenannte "Low Performer" - ausgesiebt werden sollten, wird es nach großem Unmut unter den Beschäftigten nicht geben. "Solche Zahlenvorgaben machen auch gar keinen Sinn", sagte Marquardt der "Süddeutschen Zeitung".

Thomas Marquardt (46) hat die weltweite Leitung des Infineon-Personalbereichs übernommen, und Annika Farin (31) verantwortet den neu geschaffenen Bereich People & Organization. Vorgänger Jürgen Buschmann musste den Konzern zum 31. August verlassen. Nach Ansicht des Infineon-Betriebsrats musste Buschmann gehen, weil er das unmenschliche Ausleseprojekt nicht durchsetzen konnte. Marquardt kommt von der Deutschen Bank, wo er allerdings in zwölf Jahren im Personalbereich Erfahrungen sammeln konnte.

"Performance-Management ist ein in unserer Gesellschaft häufig leider missverstandener Begriff", drückt Farin vorsichtig aus. "Es geht bei diesem Instrument moderner Personalarbeit nicht vorrangig darum, Leistungsschwäche zu brandmarken, sondern frühzeitig individuelle Potenziale zu erkennen." Mitarbeiter hatten kritisiert, dass sie bereits zu "Low Performern" gestempelt wurden, weil ihr Projektleiter einen Sündenbock für geplatzte Termine brauchte. Den letzten beißen die Hunde. Befürchtungen wurden laut, das auch und besonders kritische Kollegen mit dem erzwungenen Ranking bequem ausgesondert werden könnten.

Es gibt also anscheinend noch kritische Betrachter eines solchen Ausleseinstruments ... Wenn bei barbarischen Mitarbeiter-Auslese die Motivation der gesamten Belegschaft leidet, ist es mit der erhofften Performance-Steigerung auch aus.

Letzte Änderung: 24.09.2008


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