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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Die Unschuld ist endgültig verloren

Ein ganz normales gutes Unternehmen

27.05.2004 Ein Kommentar zu den Vorgängen um das HR und shared services Projekt von Bernd Knauber

Konnte man bisher noch daran glauben, dass schon immer noch alles einen eigenen - den SAP - Weg gehe, so ist es nun endgültig klar : Die SAP war und ist ein ganz normaler Arbeitgeber mit ganz normalen Arbeitnehmer/Arbeitgeber Verhältnissen.

Informationen aus der Presse

Normal

Wenn die Arbeitgebervertreter betonen, dass man sich den Überlegungen, die in anderen Unternehmen angestellt werden, nicht verschließen könne und die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat dies wie die Beschäftigten auch aus der Zeitung erfahren , so ist endgültig klar: Einen eigenen Weg des Verhältnisses zu den Mitarbeitern wird man nicht mehr suchen.Wie denn auch? Es gibt leider keine anderen Beziehungen und manche, die es immer wieder vortragen oder glauben, werden jetzt auch eines Besseren belehrt.

Was folgt daraus?

Daher ist unserer Ansicht nach der Weg offensichtlich, der in der Zukunft von Arbeitnehmervertretern, die ihre Aufgabe ernst nehmen, zu beschreiten ist.

Es muss das Instrumentarium, das dafür geschaffen wurde, um die Interessen der Beschäftigten bei sicher häufig notwendigen Umstrukturierungsprozessen zu schützen, auch so genutzt werden, wie dies wo anders mit Erfolg geschieht.

Kann normal erfolgreich sein?

Inhaltsbild

Mit Erfolg heißt dabei nicht Blockade notwendiger Veränderungen - dies kann und will auch das Betriebsverfassungsgesetz nicht erreichen, sondern der Versuch des Ausgleiches der gegensätzlichen Interessen. Diese Gegensätze gibt es eben, bewusst wahrgenommen oder unbewusst. Sie wurden von unserer Seite bereits früher herausgestellt und wir mussten dabei einige Anfeindungen ertragen, als wir etwa die Sparüberlegungen als zu einseitig an Arbeitgeberinteressen ausgerichtet kritisierten.

Spätestens bei der letzten Gehaltsrunde war uns klar, wo die Reise hingeht : Die Beschäftigten sparen und der Vorstand bekommt hierfür seine Bezüge erhöht.
Wer dann immer noch glaubte, dass dies der Sicherung der Arbeitsplätze diente, müsste jetzt aufwachen.
Aber er kann ja auch immer noch daran glauben, dass auch die jetzt angekündigten Arbeitsplatzabbaumaßnahmen nur die restlichen Plätze - und hoffentlich seinen eigenen - sicherer machen.

So lange bis er selbst an der Reihe ist ????????

Die Äußerung der Vorstände vom 19.Mai, dass man "mit den besten Mitarbeitern die SAP entwickeln wolle", passt hierzu durchaus. Performance Feedback lässt grüßen.

Was kritisieren wir daran?

Interessensgegensätze sind normal

Nicht dass sich bei SAP nun endgültig zeigt, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber verschiedene Interessen haben, sondern wie versucht wird, die Interessen der Arbeitnehmer innerhalb des anstehenden Umstrukturierungsprozesses unterzubuttern.

Dadurch werden Überlegungen, die nicht allein der Sicherung der Arbeitsplätze (den reinen Arbeitsplatzerhalt) sondern auch dem Erhalt des Standortes Walldorf als Herz des Unternehmens SAP zugute kämen, nicht geäußert und kommen zu kurz. Hierin liegt ein Defizit, dass auch aus strategischen Überlegungen bei verantwortungsvollen Unternehmensvorständen zum Überdenken ihres Vorgehens führen sollte.

Notwendige Fragen

Es müssen Fragen, wie die folgenden, mit den Betroffenen erörtert werden, bevor man mit unternehmerischen Entscheidungen an die Öffentlichkeit geht:

Lieber Fragen stellen als ein böses Erwachen
  • Wie hoch sind die entstehenden Verluste an Know how im Konzern
  • Welche Rolle wird ein Standort Walldorf in der Zukunft spielen
  • Wie hoch sind die Verluste, die durch eine Reduzierung klarer und straffer (sprich: überschaubarer) Prozesse entstehen
  • Wer wird die Lasten einer Verteilung der Prozesse auf immer mehr Standorte tragen
  • Werden Hierarchien nicht eher verstärkt, anstatt sie abzubauen
  • Sind tatsächlich alle Kosten in die Untersuchung der Standorte mit einbezogen worden?

Hier gibt es einiges mehr, was im Verborgenen schlummert, die Belegschaft aber brennend interessieren dürfte:

  • Infrastrukturkosten sind nur sehr schwer zu kalkulieren, wenn neue Infrastrukturen mit unwägbaren Risiken aufzubauen sind.
  • Es sind auch neue Schnittstellen aufzubauen, Tests und Qualitätssicherungsprozesse zu etablieren, die ansonsten eventuell nicht notwendig wären.
  • Transaktionskosten fallen zwar grundsätzlich nur einmal an, bei jeder Veränderung jedoch neu.
  • Risikokosten mögen zwar in EU-Ländern außer Betracht bleiben können, an anderen Standorten sind jedoch politische Unruhen, Kriege Epidemien oder nur Streiks gar nicht so unwahrscheinlich.
  • Im verborgenen bleiben oft Mehrkosten durch sprachliche oder auch kulturelle Probleme oder zusätzliche Kosten durch erhöhten Kommunikationsbedarf.

Sicherlich sind die Überlegungen nicht vollständig, wie sollten sie auch? Klar wird jedoch, wie dringend auch die Mitarbeiter der SAP eine auf das Gesetz verankerte Vertretung benötigen, um Rechte, Vorschläge und Mitarbeit einbringen zu können. Zum Wohle der Beschäftigten und des Unternehmens.

Letzte Änderung: 01.09.2008


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