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IG Metall @ SAP

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Engineering-Tagung

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23.09.2011 Alles andere als rosig.

Gemessen an der Zahl der Beschäftigten ist die IT-Branche heute mit 860 000 die zweitgrößte Branche nach dem Maschinenbau. Kein Wirtschaftszweig kommt mehr ohne Spezialisten für Software und IT-Dienstleistungen aus. Auf der 3. Engineering-Tagung diskutierten Ingenieure und Fachleute über Nachwuchsperspektiven und globale Konkurrenz.

Der Bedarf an Ingenieuren und qualifizierten IT-Fachkräften ist enorm und zeigt sich gerade in der gegenwärtigen Phase starken Wirtschaftswachstums mit großer Deutlichkeit. "Der Erfolg großer Zukunftsprojekte wie Elektromobilität und intelligente Energienutzung hängt wesentlich von IT-Technologie ab", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, auf der Tagung "Global Engineering" in Essen. Wer auf diesen Wachstumsmärkten punkten will, braucht gut ausgebildete und motivierte Belegschaften.

Berthold Huber führte den Mangel an Fachkräften bei IT- und Ingenieursberufen auf hausgemachte Fehler der Unternehmen zurück. Auf der Tagung "Global Engineering" vor über 300 IT-Beschäftigten in Essen forderte er, junge Menschen und Frauen stärker als bisher für mathematische und naturwissenschaftliche Berufe zu interessieren.

Alles andere als rosig

Die Signale vom Arbeitsmarkt für IT-Beschäftigte sind widersprüchlich. Der Branchenverband Bitkom beziffert die Unterdeckung mit Ingenieuren in Deutschland auf 35 000 Stellen. Andererseits gibt es über 10 000 arbeitslose Ingenieure und Techniker. Die Gehälter in der Branche sind laut jüngster IG Metall-Entgeltanalyse gerade im Entwicklungsbereich nur mäßig angestiegen. Andererseits deuteten die Schwierigkeiten der Betriebe, offene Stellen zu besetzen, auf fehlende Attraktivität der unbesetzten Arbeitsplätze hin, sagte Huber.

Die Arbeitsbedingungen sind in der Tat alles andere als rosig. Trotz Fachkräftemangel und hoher Begehrtheit lebten Ingenieure und IT-Beschäftigte mitnichten im Schlaraffenland, sagte der Zweite Vorsitzende Detlef Wetzel vor den Tagungsteilnehmern. Unsichere Arbeitsverhältnisse, Werkverträge, Bedrohung durch Verlagerung ins Ausland seien nur einige der Probleme, mit denen Beschäftigte zu kämpfen haben. Junge Menschen brauchen nach ihrer Ausbildung immer länger, bis sie ein sicheres und unbefristetes Arbeitsverhältnis haben.

Konkurrenz durch billigeres Ausland

Trotz vieler Werbeanstrengungen lassen sich nur wenige Frauen auf IT- und Ingenieursberufe ein. Die ausufernden Arbeitszeiten wirken abschreckend. Ingenieure und IT-Beschäftigte erlebten derzeit eine rasante weltweite Vernetzung ihrer Arbeit. Große Projekte werden zergliedert und Teilentwicklungen nach Indien, China oder Osteuropa vergeben. Manchen deutschen Ingenieur und IT-Beschäftigten beschleicht da die Angst, gegen die kostengünstigere ausländische Konkurrenz irgendwann nicht mehr bestehen zu können.

"Ohne die Ressource Mensch gibt es keine Zukunft", erklärte Huber. Er plädierte eindringlich dafür, mehr Ausbildungsplätze im IT-Sektor zu schaffen. Es müsse gelingen, mehr junge Leute anzusprechen. Große Bedeutung habe auch die Weiterqualifizierung der eigenen Beschäftigten. "Daran krankt es in vielen Unternehmen bis heute", stellte Huber fest.

Hoher Berufsethos

Betriebsräte und IG Metall setzen sich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Gestaltung von Innovationen ein. Die Belegschaften sind motiviert und identifizieren sich stark mit ihrer Arbeit. "Wir wollen mehr Beschäftigte für unser Leitbild "Solidarität statt Konkurrenz" gewinnen, sagte Detlef Wetzel. "Der Standort Deutschland braucht innovative Belegschaften." Nur so bleibe das Label "Made in Germany" oder "Engineered in Germany" weiterhin ein Gütesiegel und der Ruf deutscher Ingenieursarbeit so gut wie er heute ist.

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Letzte Änderung: 23.09.2011


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