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Späte Krankmeldung kann Job kosten

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11.10.2011 Die wiederholte Verletzung der Meldepflicht bei Erkrankung rechtfertigt nach erfolgloser Abmahnung die ordentliche Kündigung.

Der Fall:

Der Arbeitnehmer war als Vorarbeiter in der Flugzeug - reinigung auf dem Frankfurter Flughafen tätig. In der Vergangenheit war er wiederholt arbeitsunfähig, meistens wegen Beschwerden an der Lendenwirbelsäule. Bereits 2003 erinnerte der Arbeitgeber den Arbeitnehmer schriftlich daran, eine Erkrankung möglichst noch vor Dienstbeginn anzuzeigen, damit anderweitig disponiert werden könne. Der Arbeitnehmer zeigte in der Folgezeit seine Arbeitsunfähigkeit dennoch sechsmal verspätet an und wurde dafür abgemahnt. Als der Arbeitnehmer im September 2009 wiederum nicht unverzüglich seine Arbeitsunfähigkeit meldete, wurde ihm fristlos, hilfsweise ordentlich gekündigt. Die Klage dagegen hatte keinen Erfolg.

Das Landesarbeitsgericht: Die wiederholte Verletzung der Meldepflicht bei Erkrankung rechtfertigt nach erfolgloser Abmahnung die ordentliche Kündigung. Die Pflicht zur unverzüglichen Mitteilung der Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtlicher Dauer ergibt sich aus dem Gesetz. Sie besteht unabhängig von der Pflicht zur Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Eigenart der vom Arbeitgeber erbrachten Dienstleistung, der Flugzeuginnenreinigung, bringt es mit sich, dass sie nur in einem engen zeitlichen Fenster erledigt werden kann. Dafür ist es zwingend erforderlich, dass das eingeteilte Personal zu den vorgegebenen Zeiten erscheint bzw. im Verhinderungsfall unverzüglich das Nichterscheinen mitteilt, damit der Arbeitgeber den Personaleinsatz kurzfristig umdisponieren kann.

Hessisches Landesarbeitgericht, Urteil vom 18. Januar 2011 - 12 Sa 522/10

Letzte Änderung: 07.10.2011


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