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IG Metall @ SAP

ARCHIV - Informationen für Beschäftigte bei SAP



Wir sind umgezogen

Die dunkle Schattenseite des SAP-Erfolgs

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27.01.2012 SAP's schön gerechnete Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung geben Rätsel auf.

In einem SZ-Presseartikel über 'Lärmende, unbeaufsichtigte Kinder im Büro der Eltern' war zu lesen, dass "Neun von zehn Befragten sind von Produkten und Dienstleistungen überzeugt und stolz darauf, bei SAP zu arbeiten" und "Acht von zehn würden ihren Arbeitgeber als 'Great Place to work' weiterempfehlen ...". Die extrem hohen Zustimmungswerte wurden verzerrt* dargestellt und lassen Genauigkeit vermissen.

Rundum wurde in Medien berichtet, dass nun die Zufriedenheit der SAP-Beschäftigten nach Jahren der Unruhe wieder in Ordnung sei. Gerade vor den Wahlen zum Aufsichtsrat und den schwierigen Gehaltsverhandlungen zwischen Betriebsratsgremien und Arbeitgeberin soll wieder Ruhe in Walldorf herrschen.

Doch die Mitarbeiterbefragung gibt Rätsel auf, denn wenn wir mit SAP-Beschäftigten in Walldorf diskutieren, wird uns oftmals über ein anderes Bild der betrieblichen Realität berichtet. Studien der Vergangenheit bestätigen dies.

Folgende Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zeigen die Auswirkungen immer höherer Taktzahlen und permanenter Beschleunigung auf Kosten der Gesundheit der SAP-Beschäftigten auf:

Nur sehr wenige Befragte stimmten zu, dass sie eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit hätten.

Nur sehr wenige Befragte stimmten zu, dass die Durchführung von Reorganisationen sich verbessert hätten.

Nur sehr wenige Befragte stimmten zu, dass die fähigsten Kolleginnen und Kollegen befördert werden.

Und: Viele Befragte denken darüber nach, auch 'mal den Arbeitgeber zu wechseln.

Es wird deutlich, dass die Gesundheit der SAP-Beschäftigten keinen hohen Wert für das SAP-Management darstellt. Die sehr guten Geschäftszahlen verleiteten die beiden SAP-Vorstandssprecher in einem E-Mail an alle SAP-Beschäftigten zur Verkündigung, das Tempo nochmals zu verschärfen: " ... steht 2012 ganz im Zeichen der Beschleunigung ..."

Die betriebliche Wirklichkeit zeigt auf, dass zum Beispiel die Burnouts von SAP-Beschäftigten für diesen extremen Gewinnzuwachs - eine Gewinnmarge bis 2015 von menschenverachtenden 35% - herhalten müssen. Unglaublich. Im Volksmund spricht man von unendlicher Gier.

*Zur Durchführung der weltweiten Mitarbeiterbefragung war zu hören, dass einige Teams von ihren Managern direkt aufgefordert wurden, abzustimmen. Andere Chefs veranstalteten sog. Wahlparties mit Wahlpräsenten, die das Ziel hatten, eine Teilnehmerquote von 100% zu erreichen.

Letzte Änderung: 30.01.2012


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