Springe direkt zu: Seiteninhalt, Hauptmenü, Bereichsnavigation

IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Im Fachkräftemangel unterfordert?!

Vorschaubild

20.11.2012 Die Universität Hohenheim hat in einer Studie nachgewiesen: Es herrscht viel zu oft eine große Diskrepanz zwischen der Qualifikation von Beschäftigten und der von ihnen ausgeübten Tätigkeit.

Mehr als ein Fünftel der Erwerbstätigen in Deutschland mit abgeschlossener Berufsausbildung (Facharbeiter) oder Hochschulstudium sind unterhalb ihrer erworbenen Qualifikation beschäftigt. Das ergibt die Untersuchung, deren Ergebnisse unter dem Titel "Grenzen der Bildungsexpansion? Ausbildungsinadäquate Beschäftigung von Ausbildungs- und Hochschulabsolventen in Deutschland" vorgestellt wurden.

Mehr unterwertige Arbeit in Teilzeit und Befristung

Die Ursachen für das hohe Ausmaß der Beschäftigung unterhalb des individuellen Qualifikationsniveaus sowie die ungleiche Betroffenheit sind vielfältig. Zu Buche schlagen unterschiedliche Verwertungschancen einzelner Ausbildungs- und Studiengänge, aber auch gruppenspezifische Benachteiligungen (z. B. bei Personen mit Migrationshintergrund) oder atypische Beschäftigungsverhältnisse (Befristungen, Teilzeit, Mini-Jobs).

Relevant sind aber insbesondere auch die Arbeitsorganisation und die Personalpolitik der Unternehmen, die vorhandene Qualifikationen nicht nutzen und entwickeln. Augenfällige Beispiele dafür sind zum Beispiel Ingenieur/innen, die mit Routineaufgaben in der Verwaltung oder der Fertigung ausgelastet sind. Andererseits büßt die Qualifikation von Facharbeiter/inne/n ihren ursprünglichen Wert ein, wenn sie keine Chance zur Teilnahme an beruflichen Weiterbildungsangeboten erhalten.

Der Autor der Studie, Ralf Rukwid von der Universität Hohenheim, erläuterte, die Untersuchung habe ergeben, dass in Deutschland die Akademiker/innen sogar häufiger unterwertig beschäftigt seien als Nicht-Akademiker/innen (aktuell 18,9% - gegenüber 17,2% im Jahr 2010 und 17,6% der Nicht-Akademiker/innen). Zudem habe sich der Anteil der unterwertig beschäftigten Akademiker/innen seit Mitte der 1980er Jahre deutlich erhöht.

Die Befunde deuteten sowohl auf der Ebene der Hochschul- als auch der Ausbildungsabsolventen auf beträchtliche Qualifikationsreserven hin. Diese ungenutzten Reserven seien problematisch - sowohl für die individuell Betroffenen (mangelnde Entwicklungschancen) als auch für die Volkswirtschaft insgesamt (brachliegende Ressourcen).

Letzte Änderung: 20.11.2012


Adresse:

IG Metall Heidelberg | Friedrich-Ebert-Anlage 24 | D-69117 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 9824-0 | Telefax: +49 (6221) 9824-30 | | Web: www.heidelberg.igm.de

Service-Links: