Springe direkt zu: Seiteninhalt, Hauptmenü, Bereichsnavigation

IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Diskussion mit Prof. Oskar Negt

Prof. Oskar Negt

23.01.2006 Reges Interesse: Zusammenarbeit zwischen der IG Metall Heidelberg und der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte am 20. Jan. 06. Diskussionsabend mit dem Sozialphilosoph Prof. Oskar Negt

Zum Thema "Wozu noch Gewerkschaften" hat Prof. Oskar Negt im Juli 2004 eine kleine Streitschrift verfasst, die sich mit den erforderlichen und möglichen Antworten der Gewerkschaften auf die großen wirtschaftlichen Veränderungen (Stichwort: Globalisierung der Devisen- und Finanzströme) und der damit einher gehenden kulturellen Erosionskrise (Stichwort: Änderung der Wertvorstellungen) der letzten Jahre auseinandersetzt. Im Referat erläuterte Oskar Negt insbesondere Themen wie:

  • Begriff der Gerechtigkeit
  • Sozialstaat als Fundament der demokratischen Gesellschaftsordnung
  • Gefahren der Polarisierung von Armut und Reichtum
  • Menschenwürde kontra "Ich AG"
  • Betriebswirtschaftliches Denken als zunehmende Belastung des Gemeinwesens

Oskar Negt rät den Gewerkschaften dringend, durch Erweiterung der politischen und kulturellen Aktivitäten den in den letzten Jahrzehnten gewaltig angewachsenen Angstrohstoff in den Kreisen der abhängig Tätigen zu verringern:

  • Gewerkschaften müssen autonome Organisationen der Lebensinteressen aller abhängig Tätigen sein. Statt Verengung des Interessenbegriffs durch betriebswirtschaftliche Denkmuster rät er den Gewerkschaften eine Erweiterung ihres kulturellen und politischen Mandats. Statt Einengung und Anpassung an die Kapitallogik müssen sie für größere Freiheit und für persönliche Selbstbestimmung aller abhängig Tätigen eintreten.
  • Gewerkschaften dürfen sich nicht als Interessenvertreter der Arbeitsplatzbesitzer missbrauchen lassen und sie dürfen auch nicht in defensiver Verteidigungshaltung erstarren. Sie dürfen ihre ganze Kraft nicht nur für die Rationalisierungsverlierer einsetzen, auch die Emanzipationsbedürfnisse der Aufsteiger und Gewinner bedürfen kollektiver Organisation.
  • Die Gewerkschaften müssen den Menschen dorthin folgen, wo sie sich in ihrem Alltag hauptsächlich aufhalten, wo sie mit Gleichgesinnten kommunizieren und eine eigene Kultur der Vergesellschaftung entwickeln. Durch die kreative Einbeziehung außerbetrieblicher Interessenkonstellationen ist auch die Bewältigung der erweiterten Aufgaben sichergestellt.
  • Die Gewerkschaften benötigen neben dem betrieblichen auch ein außerbetriebliches Standbein!

Durch ein Referat des SPD-Landtagsabgeordneten Claus Wichmann war auch das Themenfeld "SPD und Gewerkschaften" in die Diskussion eingebracht worden.

Mirko Geiger führte aus, dass die IG Metall Heidelberg bereits erfolgreich dabei ist, sich in Richtung "Mitgliedernähe und kürzere Wege für die ratsuchenden Menschen" zu bewegen. Dies belegt die jüngst erfolgte Eröffnung der IG Metall Büros Mosbach (Sommer 2005) und Sinsheim (Januar 2006).

Dass sich für diese öffentliche Diskussionsrunde am Freitag Abend über 120 engagierte Heidelberger Bürger Zeit genommen und sich auch rege an der Diskussion beteiligt haben, zeigt, dass die Verantwortung für die Entwicklung unserer Demokratie nicht nur den beruflichen Politikern und Gewerkschaftern überlassen wird.

Anhänge:

Ein interessanter Diskussionsabend in Heidelberg

Ein interessanter Diskussionsabend in Heidelberg

Dateityp: JPEG image data, JFIF standard 1.02

Dateigröße: 135.6KB

Download

Oskar Negt - Heribert Fieber (v.l.n.r.)

Oskar Negt - Heribert Fieber (v.l.n.r.)

Dateityp: JPEG image data, JFIF standard 1.02

Dateigröße: 179.58KB

Download

Oskar Negt wieder in Heidelberg

Oskar Negt wieder in Heidelberg

Dateityp: JPEG image data, JFIF standard 1.02

Dateigröße: 168.93KB

Download

(rechts) Mirko Geiger - IG Metall Heidelberg

(rechts) Mirko Geiger - IG Metall Heidelberg

Dateityp: JPEG image data, JFIF standard 1.02

Dateigröße: 1910.82KB

Download

(v.l.n.r.) Claus Wichmann - Oskar Negt - Heribert Fieber

(v.l.n.r.) Claus Wichmann - Oskar Negt - Heribert Fieber

Dateityp: JPEG image data, JFIF standard 1.02

Dateigröße: 1763.08KB

Download

Letzte Änderung: 21.03.2013


Adresse:

IG Metall Heidelberg | Friedrich-Ebert-Anlage 24 | D-69117 Heidelberg
Telefon: +49 (6221) 9824-0 | Telefax: +49 (6221) 9824-30 | | Web: www.heidelberg.igm.de

Service-Links: