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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



"Du musst dich verändern!"

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18.07.2013 Nach beschleunigten Reorganisationen und Integrationszeit kommt es für Beschäftigte oftmals zu einer existenzbedrohenden Situation.

Wie in anderen Konzernen definiert sich das Management über Aktivitäten. In jedem Geschäftsjahr finden über 100 kleinere bis größere für die Beschäftigten "schmerzhafte" Reorganisationen statt, die keine Kontinuität bei den Tätigkeiten und Aufgaben zulassen. Für manche Beschäftigte ändert sich neben den Zielen auch die Führungskraft alle paar Monate. Wer verantwortlich ist, bleibt oftmals ein Geheimnis, da viele andere Rollen ohne Führungsverantwortung vergeben werden. Beschäftigte fühlen sich mehr und mehr als Funktion herumgeschoben, denn sinnstiftend oder synergiefördernd sind die meisten Organisationsveränderungen kaum. Nicht zu vergessen die bisher unrühmlichste Reorganisation im Rahmen eines radikalen Kostensparprogramms im Jahr 2009: SAP strich weltweit ohne ökonomische Not mehr als 3000 Arbeitsplätze - ein Ausdruck marktradikalen Unternehmertums.

Fall 1: Billiger externer Dienstleister

Nur Frauen, zumeist in Teilzeit beschäftigt, wurden sehr kurzfristig von Vorgesetzten und Personalverwaltung zu einem zu einem Gespräch gebeten. Die Überraschung bei den Betroffenen, die in der Vergangenheit von Arbeitgeberseite willkommen geheißen wurden, war dann umso größer: "Wir möchten euch einen Auflösungsvertrag vorschlagen." Die weiblichen Fachkräfte sollten in ein atypisches Arbeitsverhältnis zu einem Billiglohndienstleister wechseln. Von solch einem Schock und verbunden mit extrem mangelnder Wertschätzung erholt sich kaum jemand vollständig, sondern es treibt Beschäftigte in Unsicherheit und Krankheit.

Fall 2: "Zu viel an Bord"

Ein Unternehmen mit über 250 Beschäftigten in einer Landeshauptstadt wurde teuer aufgekauft. Nach einigen Monaten löste der Vorstand den Standort auf und setzte einige Kolleginnen und Kollegen "auf die Straße".

Fall 3: Dein Job ist weg

Im Rahmen von Auslagerungen von Tätigkeiten ins benachbarte östliche Ausland (shared service) verlieren Beschäftigte in Deutschland plötzlich ihren Job. Dann müssen sie Tätigkeiten annehmen, die nicht ihrer Qualifikation entsprechen, denn das lange Warten auf eine adäquate Stelle zermürbt. Die Verantwortung der internen Jobsuche wird systematisch auf die betroffenen Beschäftigten abgewälzt. Qualifikationsmaßnahmen werden nur begrenzt angeboten oder in Form von Projekttätigkeit bzw. "on-the-job"-Weiterbildung. Die betroffenen Schwerbehinderten werden bei der Auslagerung von Tätigkeiten gar nicht berücksichtigt.

Fall 4: Entlassungen

Nachdem Tausende von Beschäftigten über Firmenkäufe "eingekauft" wurden, stellt man nach kurzer Zeit fest, dass es doch zu viele Mitarbeiter sind. Üblicherweise werden bei sog. globalen Reorganisationen SAP-Beschäftigte in bis zu dreistelliger Anzahl außerhalb Deutschlands - beschönigend ausgedrückt - freigesetzt.

Im Hinblick auf diesen Managementstil wirkt die mitarbeiterverachtende Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der diesjährigen Hauptversammlung, dass die größte Bedrohung nicht die extrem hohen Millionenzahlungen an die Vorstände, sondern die Personalkosten seien, schon zynisch.

(Vorabveröffentlichung)

Letzte Änderung: 18.07.2013


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