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Teilzeit lohnt sich. Für den Arbeitgeber

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28.08.2015 Mehrere brandneue Studien zur Teilzeit erschienen. Bei SAP Verbessungspotentiale.

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Dauerbrenner. Kürzlich schockten die Medien mit der Nachricht, jede 3. Frau fürchte Nachteile, wenn sie familienfreundliche Leistungen im Unternehmen in Anspruch nähme.
Dies könnten Benachteiligungen beim beruflichen Fortkommen, weniger attraktive Aufgaben in der Firma, Geringschätzung ihrer Vorgesetzten und Probleme im Kollegenkreis sein.
70 Prozent der Befragten befürchten Nachteile, jede achte befragte Frau ist der Ansicht, dass sie die Babypause sogar den Job kosten könne.

Viele beruflich engagierte Mütter fürchten um ihre Karriere und wählen deshalb Teilzeitmodelle als Ausweg, um beruflich nicht den Anschluss zu verlieren.

In einer aktuellen Untersuchung einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie heißt es "so lange die Möglichkeit, Familienarbeit mit einer Beschäftigung und Karriere im Normalarbeitsverhältnis zu verbinden, aufgrund fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder mangelnden betrieblichen Familienbewusstseins nicht gegeben ist, stellt eine Reduktion des Erwerbsumfangs eine der wenigen Handlungsmöglichkeiten v.a. für Mütter dar."
Laut dieser Studie kann der Ausweg Teilzeit ein Tor zur prekären Beschäftigung darstellen, an dessen Ende Folgerisiken wie Altersarmut stehen.
Diese Erfahrung machen auch viele Teilzeitbeschäftigte bei SAP. Viele empfinden Teilzeit als eine Falle, aus der sie so leicht nicht wieder herauskommen. Dies wurde von Beschäftigten bei einer der letzten Betriebsversammlungen diskutiert. Denn den Schritt von Vollzeitbeschäftigung in Teilzeit kann SAP den Beschäftigten aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht verwehren. Aus Teilzeit zurück in Vollzeit zu kommen, ist bei den Walldorfern dagegen wegen fehlender verbindlicher Regelungen durch z.B. Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge abhängig von Führungskraft und Personalabteilung und damit eher schwierig.
Darüber hinaus zeigt die betriebliche IG Metall Gruppe zahlreiche Merkmale auf, die für eine weitergehende Benachteiligung sprechen. So wird Teilzeitbeschäftigten das persönliche Wachstumspotential aberkannt. Die meisten Teilzeitarbeitenden haben die gläserne Decke erreicht, eine Weiterentwicklung durch neue Arbeitsaufgaben in Verbindung mit betrieblicher Weiterbildung wird von den Vorgesetzten nicht gesehen. Die Messgrößen des Personalverwaltungssystems Success Factors sprechen für sich: Rund 25% der Vollzeitbeschäftigten haben Wachstumspotential, dagegen nur 10% der Teilzeiter. Auch bei den jährlichen Gehaltsrunden kommen Teilzeitarbeitende weniger gut weg: Während die einen in diesem Jahr eine Erhöhung um 3,02 Prozent erhielten, kamen für die kürzer Arbeitenden nur 2,8 Prozent zusätzlich an. "Es sind diese Nadelstiche, die den Teilzeitern bei SAP ein Zweiklassengefühl geben.", so Ulrike Zenke von der IG Metall in Heidelberg.

Für ein hart rechnendes Unternehmen ist dieses Vorgehen erstaunlich. Denn gut gemachte Teilzeit zahlt sich für die Unternehmen aus. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung wies schon 2006 nach, dass ein starkes Drittel der befragten Unternehmen ökonomische Vorteile aus höherer Arbeitsproduktivität der Teilzeiter ziehen konnte. Geringe Fluktuation und Fehlzeiten sowie entsprechend hohe Motivation wirken sich positiv auf Produktivität und Arbeitskosten und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus. Dies kann die wirtschaftliche Entwicklung fördern und Potentiale für mehr Beschäftigung schaffen. Warum vergibt SAP diese Chance?

Anhänge:

IAB Studie aus 2006

IAB Studie aus 2006

Dateityp: PDF document, version 1.3

Dateigröße: 1022.4KB

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Allensbach-Studie

Allensbach-Studie

Dateityp: PDF document, version 1.7

Dateigröße: 296.37KB

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Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie

Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie

Dateityp: PDF document, version 1.5

Dateigröße: 855.92KB

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Letzte Änderung: 31.08.2015


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