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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Kagermann optimistisch

Nicht nur segeln - Demokratie weiterentwickeln

08.06.2006 SAP hatte zunächst versucht, die Betriebsratswahl zu verhindern. Doch jetzt macht sich in der Führung Optimismus breit

Wie die FinancialTimesDeutschland am 6.6.06 berichtete, sieht Henning Kagermann, Vorstandsvorsitzender der SAP AG, der für den 21.6.2006 geplanten Betriebsratswahl optimistisch entgegen. "Ich habe das Gefühl, dass wir eine Reihe von Mitarbeitern haben, die sich engagieren, um in den Betriebsrat zu kommen, und die die SAP symbolisieren, wie wir sie kennen" und "dann sollte es in der Zukunft kein Problem sein, gut zusammenzuarbeiten.".

Fragen über Fragen

Also bleibt alles beim Alten?
War etwa die ganze Aufregung umsonst?

Wir denken nein. Es wird sich Wesentliches ändern.

Sicher ist eins - die SAP-Belegschaft bekommt jetzt, wie bei allen anderen DAX-Unternehmen üblich, auch einen Betriebsrat. Sicher war immer, auch dieser Betriebsrat wird nur aus Insidern, also aus MitarbeiterInnen von SAP bestehen. Das Märchen von der Fremdbestimmung war frei erfunden. Die geschürte Angst, SAP könnte wegen der Betriebsratswahl den Standort Deutschland aufgeben, war Panikmache. Dass sich unter diesen Rahmenbedingungen im März 2006 eine Mehrheit gegen den vorgeschlagenen Wahlvorstand ausgesprochen hat, konnte uns nicht überraschen.

Der aktuelle Stand

Jetzt, 3 Monate später, kandidieren 10 verschiedene Listen bei der SAP AG mit insgesamt ca. 400 KandidatInnen für den 37-köpfigen Betriebsrat. Das sehen wir gerne, denn ein Betriebsrat ist zu wichtig, um von der Belegschaft nicht ernst genommen oder gar ignoriert zu werden. Natürlich hätten wir uns etwas weniger Widerstand gegen das Betriebsverfassungsgesetz von so mancher Seite gewünscht. Insbesondere von den SAP-Verantwortlichen hätte man auch erwarten dürfen, dass sie die deutsche Gesetzeslage zur Kenntnis nehmen und sich entsprechend verhalten. Schließlich wird das explizit auch vom SAP-Regelwerk "code of business conduct" gefordert (siehe Link). Aber jede Leitung hat das Recht, sich der breiten Öffentlichkeit in geeigneter Weise zu präsentieren. Festzuhalten bleibt: Die Wahl eines Betriebsrats ist immer ausschließlich die Angelegenheit der MitarbeiterInnen einer Firma, unabhängig davon, was die Firmenleitung darüber denkt oder gar laut sagt.

Bewegung oder nur Wende?

Mehr Demokratie wagen

Wenn jetzt aber sogar die vehementesten Gegner eines Betriebsrats " f ü r " den Betriebsrat kandidieren, lässt das aufhorchen. Sie gehen sogar soweit, in ihren Wahl-Infos von sich zu behaupten "Mit frischem Wind auf richtigem Kurs!" zu sein (siehe Flyer "Wir-segeln-für-Dich"). Wie soll man sich das vorstellen, 180°-Wende und trotzdem richtiger Kurs? Auf jeden Fall scheinen sie frischen Wind zu haben. Und sie scheinen sich auch über den frischen Wind zu freuen - auch wenn er von einer anderen Liste ermöglicht wurde.

Zwischen März und Juni 2006 hat sich zwar allerhand bewegt bei der SAP AG. Die SAP-KollgInnen sollten sich jetzt aber im eigenen Interesse genau anschauen, aus welchen Motiven heraus eine Liste entstanden ist. Will sie den Betriebsrat zum Wohle der Belegschaft oder will sie nur drin sein im Betriebsrat? Dabei sein ist nicht alles, was man erwarten darf. Wem darf die Belegschaft zutrauen, die umfangreichen Mittel eines Betriebsrats erfolgreich für die Interessen der bei SAP beschäftigten Arbeitnehmer einzusetzen?

Pro Betriebsrat - warum eine Kopie wählen, wenn man das Original haben kann?

Die einzige Liste, die den Betriebsrat für die Belegschaft immer gewollt und den Betriebsrat auch ideenreich durchgesetzt hat, ist die Liste Pro Betriebsrat. Diese Liste hat Durchsetzungskraft und Kompetenz bewiesen und sie weiß auch den Rat der Gewerkschaften weiterhin erfolgreich zu nutzen, wenn es darum geht, effektive Betriebsratsarbeit zu machen. Man wird doch nicht Gewerkschaftsmitglied, um "abhängiger" als vorher zu sein, sondern "unabhängiger" vom Weisungsrecht bzw. Direktionsrecht eines Vorstands. Genau aus diesem Grund organisieren sich auch alle Arbeitgeber in ihren Verbänden; um effektiver und "schlagkräftiger" zu sein. Den Listen, die jetzt im Wahlkampf betonen, unabhängig von einer starken Arbeitnehmerorganisation effektiv arbeiten zu wollen, sollte die Belegschaft keine Betriebsratsarbeit zumuten. Würden Sie einem Handwerker vertrauen, wenn er ohne Werkzeugkasten und Fachwissen bei Ihnen erscheint, weil er meint, dadurch völlig unabhängig von allem und frei für Ihre Wünsche zu sein?

Pro Betriebsrat - warum eine Kopie wählen,
wenn man das Original haben kann?

Letzte Änderung: 21.03.2013


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