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Doppelte Diskriminierung

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30.03.2011 Frauen gelingt seltener der Aufstieg in Führungspositionen. Doch selbst oben angekommen geht die Diskriminierung weiter.

Aktuelle Untersuchungen zeigen: Frauen gelingt seltener der Aufstieg in Führungspositionen. Doch selbst oben angekommen geht die Diskriminierung weiter: Auf allen Stufen der Einkommensskala bekommen Frauen weniger Geld als ihre männlichen Kollegen - ob als Chefin oder Teilzeitkraft.

Seit einigen Jahren liegt der so genannte Gender Pay Gap, also der Unterschied zwischen den durchschnittlichen Arbeitseinkommen von Männern und Frauen, in Deutschland recht konstant bei 23 Prozent: Frauen verdienen knapp ein Viertel weniger. Die Gründe für diesen deutlichen Gehaltsunterschied sind vielfältig. Eine Erklärung ist, dass Frauen häufiger als Männer in Berufen und Branchen mit einem grundsätzlich niedrigen Entgeltniveau arbeiten. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille - die andere ist echte Lohndiskriminierung: Eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hat jetzt gezeigt, dass selbst Frauen in Führungspositionen wesentlich weniger verdienen als Männer in vergleichbaren Stellen.

Auch in Führungspositionen: Rund ein Viertel weniger

Von der Gruppenleiterin mit unter 20 MitarbeiterInnen bis zur Hauptabteilungsleiterin eines großen Unternehmens: Etwa 18 bis 24 Prozent beträgt auch hier die Lohndifferenz zu Männern mit selber Tätigkeit und Verantwortung. Damit seien hoch qualifizierte Frauen, etwa mit Hochschulabschluss, gleich doppelt benachteiligt, so das WSI: Zum einen gelangen sie seltener in Führungspositionen als Männer - und wenn sie doch eine gehobene Stellung bekommen, werden sie trotzdem schlechter bezahlt. Nur zum Teil ließe sich das damit erklären, dass weibliche Führungskräfte häufiger in kleinen und mittleren Betrieben zu finden seien, meint das WSI. Denn die Analyse einer Online-Umfrage der vom WSI betreuten Internetseite www.lohnspiegel.de habe gezeigt: "Vor allem die hohe Differenz bei Beschäftigten mit quantitativ gleicher Führungsverantwortung deutet darauf hin, dass auch Diskriminierung eine Rolle spielt", so WSI-Experte Reinhard Bispinck.

Auch Teilzeit benachteiligt doppelt

Noch ein weiteres Phänomen fördert in Deutschland die durchschnittlich geringeren Frauenverdienste: die hohe Teilzeitquote von Frauen. Etwa 70 Prozent der weiblichen Beschäftigten arbeiten Teilzeit (unter 35 Wochenstunden), bei den Männern sind es hingegen nur sechs Prozent. Wer Teilzeit arbeitet, verdient allein schon aufgrund der geringeren Wochenarbeitszeit weniger - doch auch hier gibt es eine doppelte Benachteiligung: Teilzeitbeschäftigte, also in der Regel Frauen, haben nicht nur am Monatsende unterm Strich weniger Einkommen, sondern haben darüber hinaus auch noch geringere Stundenlöhne als Vollzeitbeschäftigte. Das hat die Münchner VWL-Professorin Elke Wolf für das WSI in einer repräsentativen Haushaltsbefragung herausgefunden. Einen nachvollziehbaren Grund für den Lohnunterschied hat Wolf nicht ausmachen können. Der größte Teil der Lohnlücke zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten lasse sich "nicht ohne weiteres erklären".

Es fehlen hochwertige Teilzeitstellen

Klar hingegen sei, so Wolf: Die hohe Teilzeitquote sorge bei Frauen "insgesamt für eine sehr große Betroffenheit" von dieser Lohndiskriminierung. Denn die Entgeltlücke ist nach Wolfs Untersuchung nicht gering: Bei westdeutschen Frauen, die die größte "Teilzeitgruppe" ausmachen, sind es elf Prozent Stundenlohn weniger als bei Vollzeitkräften. Faire Einkommensbedingungen trotz Teilzeit seien aber eine wesentliche Voraussetzung, um etwa Familie und Berufstätigkeit leichter vereinbar zu machen. Wolf empfiehlt deshalb der Politik, "bei allen Maßnahmen zur Förderung flexibler Arbeitszeiten auch auf die Qualität der Teilzeitbeschäftigung zu achten". Bei der Zahl "hochwertiger Teilzeitstellen" bestehe noch "ein erhebliches Potenzial".

Letzte Änderung: 16.03.2011


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