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Offshore-Outsourcing: Sparpotenziale

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27.10.2003 Überwiegend positiv beurteilt das deutsche Research-Institut Soreon in einer aktuellen Studie den Nutzen der Offshore-Auslagerung von IT-Prozessen für die Gewinnmaximierung deutscher Unternehmen.

Kleinere Unternehmen bis 750 Mitarbeiter sparen vor allem bei der Software-Entwicklung. Hier zeigen sich Kostensenkungen bis 30 Prozent. Bei der Auslagerung von IT-Infrastruktur können kleinere Unternehmen 26 Prozent sparen.

Großunternehmen ab 30.000 Mitarbeiter realisieren dagegen Kostenvorteile vor allem bei der Auslagerung von Geschäftsprozessen: 25 Prozent Einsparungen bei Gehaltsabrechnung u.ä. sind im Durchschnitt möglich.

Mittlere Unternehmen (5.000 bis 30.000 Mitarbeiter) sparen in allen drei Sparten, jeweils um die 20 Prozent.

Die Untersuchung wurde heute in Franfurt am Main präsentiert.

Doch nicht in alle Fällen ist eine Offshore-Lösung überlegen: Die Software-Entwicklung bei Großunternehmen beispielsweise kann bei einer Auslagerung ins Ausland nur Kostenvorteile von durchschnittlich 5 Prozent gegenüber der internen Entwicklung einbringen, da Skaleneffekte Inhouse genauso zu realisieren sind. Auch lasten Großunternehmen bei einer Inhouse-Entwicklung ihre bestehende, teure Infrastruktur an Hard- und Software besser aus.

Kleinere Unternehmen müssen bei einer Auslagerung von Geschäftsprozessen in Einzelfällen sogar Mehrkosten in Kauf nehmen, da die anfänglichen Investitionen im Ausland z.B. für die Auswahl geeigneter Anbieter und Projektplanung sehr hoch sind.

Versprechungen aus Indien oder Osteuropa können nicht erfüllt werden "Die atemberaubenden Versprechungen der Offshore-Outsourcing-Anbieter aus Indien oder Osteuropa können häufig nicht erreicht werden", warnt Christian Lipski, der Autor der Studie. Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, Prozesse oder Infrastruktur in die Hand von ausländischen Firmen zu geben, sollten eine differenzierte und hoch-detaillierte Analyse erstellen, so Lipski weiter.

In einer Risikobewertung stellt Soreon fest, dass die Auslagerungsrisiken und Einsparungspotenzial je nach Prozess stark variieren. Bei der Software-Entwicklung und einer Offshore-Auslagerung des Call Centers entstehen für Unternehmen die höchsten Risiken für ihren Unternehmenserfolg, da hier strategische Kernprozesse betroffen sind.

Standardisierte Prozesse der Personalverwaltung und des IT-Helpdesks könnten ohne größere Risken für den Geschäftserfolg nach Indien, Osteuropa oder andere Länder ausgelagert werden. Die Soreon-Analysten sehen dabei Indien als beste Adresse, immer noch deutlich vor den osteuropäischen Staaten wie der Tschechischen Republik und Polen. Abgeschlagen auf der Länderbewertung von Soreon findet sich momentan China.

"Offshore-Outsourcing setzt nicht die elementaren Regeln der Betriebswirtschaft außer Kraft. Im Gegensatz zu lokalen Projekten oder Inhouse-Lösungen erfordern Offshore-Aktivitäten viel mehr Planung, Bewertung und hohe Investitionen im Voraus", betont Soreon-Analyst Lipski. Auch wenn Unternehmen alle Vorsichtsmaßnahmen träfen, um eine Offshore-Auslagerung optimal abzuwickeln, bliebe trotzdem ein projekt- und auch länderspezifisches Restrisiko bestehen.

Einsparungspotenziale durch Offshore-Outsourcing unter 20 Prozent lohnen deshalb weder Aufwand noch Risiko. "Scheitert ein Projekt, wird es richtig teuer," warnt Lipski.

Letzte Änderung: 30.09.2008


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