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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



SAP spart den Gewinn hoch

Was hat die Belegschaft davon, wenn der Gewinn davonfliegt?

04.11.2003 Nicht der Umsatz, sondern der Gewinn wurde im dritten Quartal 2003 bei SAP gesteigert

Kostensenkungen und vorsichtigere Investitionstätigkeit haben früher als von der Konzernspitze erwartet zu einer Steigerung der bereinigten Umsatzrendite auf das angestrebte Maß von über 25 % geführt. So stieg die um aktienbezogene Vergütungen, Unternehmenskäufe und Abschreibungen auf Minderheitsbeteiligungen gesenkte Umsatzrendite im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 % auf 26 %.
Für das komplette laufende Jahr wird eine Umsatzrendite von 24,7 (Vorj. 22,7) Prozent erwartet, so Konzernchef Kagermann.

Man will nun im Jahr 2004 die Zahl 27 bzw. 28 in's Visier nehmen. Hierzu sollen dann auch wieder erhöhte Umsätze beitragen, aber auch eine weitere Effizienzsteigerung z.B. bei den kaufmännischen Prozessen durch verstärkte Zentralisierung. Die SAP wird auch wieder Personal einstellen - allerdings verstärkt lediglich in Osteuropa und Indien. Sie reiht sich damit in die Linie derer ein, die im Offshoring das Heil der Zukunft für die Softwareindustrie sehen.

Heißt "Kosten Sparen" auch, dass in der nächsten Gehaltsrunde trotz verbesserter Lage wieder an den Gehältern der Mitarbeitern gespart wird? Motivierend wäre das jedenfalls nicht. Eher im Gegenteil, wenn andererseits die "Besserverdienenden direkt am Gewinn dranhängen bzw. von Henning Kagermann spätestens aus dem Manager-Magazin bekannt ist, dass er der zweit- oder drittbestverdienende Vorstand (hinter Ackermann von der Deutschen Bank) ist.

Die IG-Metall hat sich in ihrem Branchenarbeitskreis ITK unlängst mit dem Thema Offshoring befasst. Die anwesenden Betriebsräte und Gewerkschaftsmitarbeiter sehen größere Risiken in dieser Entwicklung als die verantwortlichen Vorstände. Insbesondere wird zu oft bei den Entscheidungen für die Auslagerung zu wenig bedacht, das nicht nur Kosten reduziert, sondern auch Kommunikations- und Koordinationsprobleme geschaffen werden, die sich wie auch bestimmte Faktoren des auswärtigen Standortes (Währung/politische Stabilität) derzeit überhaupt nicht in Zahlen erfassen lassen. Besonders bewegt die Arbeitnehmervertreter der Know-how-Verlust und die damit verbundene Gefahr, dass - wie in anderen Industriezweigen schon geschehen - der Anreiz das sich erworbene Wissen in eigener Regie zu nutzen im IT-Bereich wegen der ungleich geringeren erforderlichen technischen Ressourcen noch wesentlich größer ist. Um nicht missverstanden zu werden: Hier wird nicht einem neuen Nationalismus das Wort geredet, aber gerade die Arbeitgeber müssten an einem wirksamen Schutz ihres Know-How's interessiert sein und eben vorschnelle Entscheidungen auch aus diesem Grunde vermeiden. In der Automobilindustrie existieren seit Mitte der 90 er Jahre Betriebsvereinbarungen, mit denen ein sorgfältiges und auch transparentes Vorgehen bei Outsourcing - Entscheidungen sichergestellt wird. Eine Aufgabe, die ein Betriebsrat bei SAP angehen könnte und sollte.

Im Anhang zur Meldung über "Offshore-Outsourcing" haben wir die Überlegungen des IGM Branchenausschusses angefügt.

Letzte Änderung: 18.08.2010


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