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IG Metall @ SAP

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Burnout-Hilfe

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18.10.2011 Die IG Metall befragte Betriebsräte. Sie warnt vor den Folgen zunehmender psychischer Erkrankungen in der Arbeitswelt und fordert von Arbeitgebern und Politik mehr Bereitschaft zur Prävention.

"Mit der rasanten Zunahme von arbeitsbedingtem Stress und psychischer Erkrankungen tickt eine gesellschaftliche Zeitbombe", sagt Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Stress und Burnout hätten in Werkstätten, Fabrikhallen und Büros in einem Tempo und Ausmaß um sich gegriffen, dass es fahrlässig sei, diese Problem unter ferner liefen zu behandeln. "Wir wollen alle Akteure, die zur Bewältigung dieses Problems beitragen können, aufrütteln", betonte Urban.

IG Metall befragt Betriebsräte

Der Gewerkschafter verwies auf die Ergebnisse einer Umfrage unter Betriebsräten. Danach wird von 86 Prozent der Befragten der Anstieg psychischer Erkrankungen in den Betrieben als ernst zu nehmendes Problem wahrgenommen. Rund 40 Prozent der Betriebsräte geben an, dass psychische Erkrankungen stark bzw. sehr stark im Unternehmen zugenommen haben. Insgesamt 68 Prozent der Betriebsräte geben an, dass arbeitsbedingter Stress und Leistungsdruck in den Unternehmen besonders seit der Krise erheblich gestiegen sind.

Urban stellte eine eklatante Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung des Problems und tatsächlichen Hilfs- und Präventionsangeboten in den Betrieben fest. In 43 Prozent der Betriebe gab es keine Hilfen und in 26 Prozent zu wenige Hilfen für Burnout-Betroffene. 73 Prozent der Betriebsräte sind der Meinung, dass in den Betrieben mehr für den Gesundheitsschutz getan werden müsste.

Mehr Unterstützung für Betriebsräte und Druck auf Politik angekündigt

Der Sozialexperte kündigte an, die IG Metall werde arbeitsbedingten Stress und seine gesundheitlichen Folgen zum Thema in den Betrieben und gegenüber der Politik machen. "Gesundheit darf nicht hinter betriebswirtschaftlichen Erfolgszahlen und der Wettbewerbsfähigkeit zurückstehen", kritisierte Urban. Arbeitgeber müssten mehr in den Gesundheitsschutz investieren.

Die IG Metall wolle die Betriebsräte beim Thema psychische Erkrankungen, wie Burnout, stärker unterstützen. Urban stellte die Arbeitshilfe "Burnout. Betriebsräte als Lotsen für Burnout-Betroffene" vor. Er kritisierte, dass bei Gesundheitsgefahren durch arbeitsbedingten Stress und psychische Belastungen eine eklatante Schutzlücke bestehe, die dringend geschlossen werden müsse. "Bei allen klassischen Gesundheitsgefährdungen wie Gefahrstoffe und Lärm gibt es konkrete Präventionsregeln. Bei arbeitsbedingtem Stress: Fehlanzeige", kritisierte Urban. Hier müsse endlich mit einer Anti-Stress-Verordnung nachgebessert werden.

Letzte Änderung: 13.11.2017


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