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IG Metall @ SAP

Informationen für Beschäftigte der SAP SE und der SAP Deutschland SE & Co. KG



Wahlkampfverdächtig

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05.12.2011 Bei SAP herrscht wieder Wahlkampfstimmung: Im Frühjahr findet die nächste Aufsichtsratswahl statt.

Vor Monaten lud der Aufsichtsratsvorsitzende und Hauptanteilseigner alle Betriebsratsmitglieder in Deutschland zu einem Treffen in Walldorf ein. Er erzählte laut Presseberichte über erfolgreiche Produktentwicklungen, den Boom in China und schimpfte zugleich über Politiker wie Frau Nahles und Herrn Trittin, die sich für eine sog. "Reichensteuer" und mehr Steuergerechtigkeit einsetzen. Vielen Betriebsratsmitgliedern wäre eine Unterstützung bei sensiblen Themen zur Gehaltsentwicklung der Beschäftigten oder der beabsichtigten Herabsetzung der jährlich ausgezahlten Erfolgbeteiligung lieber gewesen. Doch wie das Treffen überhaupt, darf er dazu als Aufsichtsratsvorsitzender keine Aussagen machen. Als Kontrollorgan des SAP-Vorstandes hat er sich nicht in operative Entscheidungen wie Budgetplanung oder Produktentwicklung einzumischen. Wie von vielen Stellen zu hören ist, gibt es dazu eindeutige Grenzfälle.

Momentan formieren sich alte und viele neue Gruppierungen sowie Pseudogewerkschaften für die Aufsichtsratswahl 2012. Tausende Emails werden zu Wahlkampfzwecken an die SAP-Beschäftigten versendet, mit Themen zu Sportveranstaltungen, ehrenamtlichem Engagement, unternehmensstrategischen Ausrichtungen oder "welche tolle Arbeit ich als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat leiste".

Es geht ja um etwas! Die Arbeitnehmervertreter/-innen im Aufsichtsrat geben - im Gegensatz zu gewerkschaftlich organisierten Aufsichtsratsmitgliedern - keinen Euro an eine gemeinnützige Stiftung ab, sondern verdienen zusätzlich einen sehr hohen Verdienst von über 100.000 Euro im Jahr.

Auch der SAP-Vorstand bleibt nicht untätig, denn es sollen schon die "richtigen Aufsichtsratsmitglieder" gewählt werden. Zum Beispiel unterstützt SAP mit Hilfe von Stiftungen private, soziale Einrichtungen, was wir immer sehr begrüßen. Wenn jedoch als Gesellschafterinnen getreue SAP-Aufsichtsrats- und Betriebsratsmitglieder werbewirksam eingesetzt werden, dann finden wir das schon 'compliance-verdächtig' bzw. unterwürfig. SAP versucht nicht nur, private Initiativen als SAP-Einrichtungen zu vermarkten, nein, SAP bevorteilt anscheinend "ihre Leute". Das ist mindestens "wahlkampfverdächtig".

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat ließen es sich beim jüngsten, milliardenschweren Firmenaufkauf nicht nehmen, in einem Werbe-Email an alle SAP-Beschäftigten in Deutschland zu verkünden, wie wichtig sie sind: "Diese Akquisition zeigt erneut, wie wichtig die Arbeit des Aufsichtsrates ist. In den letzten Jahren haben wir im Aufsichtsrat mit 'Business Objects' und 'Sybase' zwei sehr große und für die SAP richtungsweisende Akquisitionen beraten und genehmigt. Die Entscheidungen über solche Akquisitionen, sowie die Genehmigung großer Investitionen im Allgemeinen, ist eine der zentralen Aufgaben des Aufsichtsrats. Daher ist es sehr wichtig, dass Ihr Euch an der gerade angekündigten Aufsichtsratswahl im nächsten Jahr aktiv beteiligt." Wahlkampf.

Letzte Änderung: 05.01.2012


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