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IG Metall @ SAP

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Werkverträge: ungesicherte Beschäftigte

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15.12.2011 Werkverträge sind auf dem Vormarsch.

Damit haben die Unternehmen einen neuen Hebel gefunden, um die Bezahlung zu drücken und Kosten zu sparen. Denn anders als bei der Leiharbeit gilt hier kein Mindestlohn. Zudem sind Dienstleistungen auf Werkvertragsbasis derzeit noch unreguliert. Aber auch diese Form des Lohndumpings können wir nicht hinnehmen.

Das Geschäft mit Dienstleistungen auf Werkvertragsbasis boomt

Nach der Leiharbeit haben die Unternehmen damit eine weitere Möglichkeit gefunden, Arbeitskraft geringer zu entlohnen.

Inzwischen werden in den Betrieben zunehmend Bereiche ausgelagert, deren Leistungen anschließend über Werkverträge wieder eingekauft werden. Bekannte Beispiele bei SAP sind das Catering, IT-Dienstleistungen, Gebäudereinigung oder Sicherheitsdienst. Manche Beschäftigte müssen einer zweiten Beschäftigung nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Auf diesem Weg werden allerdings gleichzeitig die Leistungen gedrückt. Denn gerade die industriellen Dienstleister bezahlen außerordentlich schlecht, Mitbestimmungsrechte werden umgangen und Tarifverträge gibt es kaum. Dass in Deutschland der Reallohn sinkt, geht vor allem auf Dienstleistungsfirmen zurück, die nicht adäquat entlohnen.

Werkverträge gibt es schon länger

Marketing- und Werbeagenturen gestalteten die Firmenprospekte oder 0rganisieren Events. Der Elektronikermeister aus der Nachbarschaft verlegte die Stromleitungen und der Gärtnerbetrieb kümmerte sich um die Außenanlagen - am Besten zu den nicht üblichen Arbeitszeiten der 'normalen Beschäftigten'. Sie alle erledigten Aufgaben, für die keine Qualifikation im Betrieb notwendig war und die keinen unmittelbaren Bezug zur 'Kernkompetenz' hatte. Doch inzwischen hat sich eine neue Form von Werkverträgen in den Betrieben etabliert.

Kernaufgaben des Betriebes werden an "billigere" Anbieter vergeben. Inzwischen werden in über 70 Prozent der Betriebe systematisch Werkverträge genutzt. Das ergab eine Umfrage unter knapp 900 Betrieben in Baden-Württemberg. In 53 Prozent der Betriebe werden dadurch bereits Stammarbeitsplätze ersetzt. Und: Die Betriebsräte sagen, dass tagtäglich bis zu 25 Prozent zusätzliche externe Beschäftigte mit Werksausweisen im Betrieb tätig sind.

Nicht zu vergessen die vielen befristeten Arbeitsverhältnisse, die "Generation Praktikum" und sog. Selbstständige.

Werkverträge statt regulierter Leiharbeit

Tatsächlich haben wir inzwischen eine Mehrklassengesellschaft auf dem Arbeitsmarkt. Nachdem die Gewerkschaften nun in vielen Unternehmen Equal Pay durchgesetzt haben, haben die Personalleitungen nun eine neue Variante des Lohndumpings gefunden. Die Werkvertragsfirmen stellen ihrerseits Leiharbeiter ein und umgehen so die Equal Pay-Regelung.

Zusätzlich setzten die Unternehmen so die eigene Belegschaft unter Dauerdruck.

Letzte Änderung: 14.12.2011


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