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08.02.2013 Crowdsourcing - die unerschöpfliche Quelle. Was harmlos klingt, ist es nicht: Denn dieses Prinzip der Arbeitsverlagerung könnte einen Großteil der 900 000 IT-Beschäftigen in Deutschland treffen.

Crowdsourcing bezeichnet die Auslagerung von traditionell internen Teilaufgaben eines Unternehmens an eine Menge von freiwilligen Usern. Das passiert beispielsweise über das Internet. So arbeitet etwa das Internetlexikon Wikipedia.

Für Arbeitnehmer könnte Crowdsourcing den Arbeitsmarkt noch unsicherer machen. Wenn Firmen Aufträge einfach online stellen, müssen sie sich noch nicht einmal mehr um Leiharbeit oder Werkverträge kümmern. Sie müssen nur noch warten, bis die Menge liefert. Die beste und billigste Lösung erhält den Zuschlag. Alle anderen haben umsonst gearbeitet. Denn Crowdsourcees - Freiberufler im Internet - machen nicht nur ein Angebot, sie liefern Ergebnisse. Auf Dauer könnte das System auch bei gut bezahlten Freiberuflern der IT-Branche die Einkommen drücken. Denn im Internet konkurrieren sie mit Experten aus der ganzen Welt um den Auftrag.

Beim IT-Unternehmen IBM ist das keine Zukunftsmusik mehr. Mit dem Programm "Liquid" vergibt der Konzern spezielle Projektaufgaben über das Internet an Freiberufler weltweit.

Crowd gestalten

IBM-Betriebsrat Herbert Rehm war schnell klar, dass sie sich dem Thema stellen und es gestalten müssen. Der Betriebsrat verhinderte, dass Beschäftigte von IBM sich übers Internet um ihre Arbeit bewerben müssen. Und er vereinbarte eine Regelung zu einem virtuellem Akkordzettel. Über das Internet werden Daten erfasst, die Rückschlüsse auf die Leistung zulassen. Damit der Arbeitgeber sie nicht missbraucht, hat der Betriebsrat festgelegt, welche Daten wo sichtbar sind und wofür sie verwendet werden dürfen.

Rehm sieht nicht nur Nachteile für Freiberufler. Auch für IBM-Beschäftigte steigt der Aufwand. Sie müssen Aufträge so beschreiben, dass sie jeder versteht, und zwar weltweit. Ohne Risiko ist das System auch für den Arbeitgeber nicht. Wenn die Crowd nicht antwortet, bekommt er gar kein Ergebnis.

Definition: "Crowdsourcing ist die Strategie des Auslagerns einer üblicherweise von Erwerbstätigen entgeltlich erbrachten Leistung durch eine Organisation oder Privatperson mittels eines offenen Aufrufes an eine Masse von unbekannten Akteuren, bei dem der Crowdsourcer und/oder die Crowdsourcees frei verwertbare und direkte wirtschaftliche Vorteile erlangen." (Christian Papsdorf: "Wie Surfen zur Arbeit wird", 2009)

Letzte Änderung: 07.02.2013


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