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Werkverträge beschränken

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26.03.2013 Verbreitung, Erscheinungsformen und Handlungsbedarf

Werkverträge sind in einer arbeitsteiligen Wirtschaft eine Selbstverständlichkeit. In jüngere Zeit nutzen allerdings immer mehr Unternehmen Werkverträge als Dumping-Modell. Der IG Metall-Justitiar Dr. Thomas Klebe hat bei einem Symposium des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) einen Vortrag gehalten, der die Situation anhand einiger Beispiele anschaulich beschreibt.

So lagert eine wachsende Zahl an Firmen ganze Arbeitsbereiche aus - wie zum Beispiel in der Entwicklung, der Datenverarbeitung oder Kantinen und Wachdienste - und vergeben zentrale Aufgaben an Werkvertragsunternehmen. Outsourcing spaltet die Belegschaften in eine Kernbelegschaft und in Beschäftigte, die an den Rand gedrängt werden. Zweck der Übung ist in der Regel, Stammarbeitsplätze zu ersetzen, um damit Kosten einzusparen. Teilweise geht es auch darum, Tarifverträge zu umgehen, Branchenzuschläge einzusparen und Lohnuntergrenzen für Leiharbeit auszuhebeln.

Tarifverträge und Arbeitsrecht werden ausgehebelt

Fazit: Durch Outsourcing verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen oft deutlich. Das gilt sogar für den Fall, dass Tarifverträge gelten. Ohne Tarifverträge verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen in der Regel sogar drastisch. Häufig gibt es nach dem Outsourcing keine Tarifverträge, keine Betriebsräte und unbezahlte Mehrarbeit. Nur selten erhalten die betroffenen Beschäftigten Weihnachts- und Urlaubsgeld. Aber auch wenn das Ourtsourcing an Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen erfolgt, kann Handlungsbedarf für Betriebsräte und Gewerkschaft entstehen. Das gilt vor allem, wenn es um Kernkompetenzen geht. Der Verlust von Kernkompetenzen gefährdet nämlich die wirtschaftliche Zukunft von Unternehmen und damit auch die Arbeitsplätze.

Bessere Rechte - härtere Sanktionen

Die gesetzlichen Regelungen sind nicht ausreichend, diese Probleme zu lösen. Die IG Metall-Forderungen lauten daher unter anderem, dass Beschäftigte, die mit einem Scheinwerkvertrag in einem Unternehmen tätig sind, auf ein Arbeitsverhältnis bei dem Auftraggeber bestehen können. Zudem sollen bessere Betriebsratsrechte helfen, den Missbrauch zu bekämpfen. Dazu gehören die Präzisierung der Informations- und Beratungsrechte ebenso, wie Mitbestimmungsrechte bei der Fremdvergabe. Außerdem soll das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates bei Einstellungen bei jeder Beschäftigung von fremden Arbeitnehmern eingreifen. Wirksame Kontrollen können überdies verbunden mit härteren Sanktionen helfen, dass Werkverträge wirksamer als bisher als Dumpingmodell verhindert werden.

Letzte Änderung: 26.03.2013


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