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30.12.2013 Gutes tun - Der Mythos Nachhaltigkeit

Gutes tun - Der Mythos Nachhaltigkeit

Hohoho, den Weihnachtsmann gibt es doch! Wir können unseren Kindern erzählen "Wenn Du SAP-Co-Vorstandschef wärst, würdest Du bei Deinem Ausscheiden aus dem Vorstand und Wechsel in den Aufsichtsrat bald bis zu 15 Millionen Euro erhalten. Sollte SAP die Ziele für 2013 verfehlen, kann die Summe auch etwas geringer ausfallen. Gefällt Dir das?"

Die Kinder fragen erstaunt: "So viel Geld, für was?" Dafür, dass er das "Handtuch geworfen" hat? Wer steuert in Zukunft das "deutsche Unternehmen" SAP? Dass der Aufsichtsratsvorsitzende nicht machen kann, was nur er will? SAP bezeichnet sich als nachhaltiges Unternehmen und hat dafür gar ein TÜV Siegel bekommen. Nachhaltigkeit bedeutet Bewährung von Unternehmen in Ökonomie, Ökologie und Soziales. Ist das sozial nachhaltig? Permanent hören wir, dass wir Kosten sparen müssen, spend less and earn more. Und jetzt noch zum Jahresende diese Schocknachricht aus dem Manager Magazin: 15.000.000 - und nur noch 51 Prozent Vertrauen in SAP-Vorstand.

Andererseits wird nachhaltig von der Arbeitgeberin in enger Zusammenarbeit mit der Personalverwaltung daran gearbeitet, dass weniger bei uns beschäftigten Angestellten ankommt. Warum werden für einige solche hohen Prämien o.a. bezahlt, wenn Zahlungen für die Beschäftigten real sinken? Die nächste Mitarbeiterbefragung kommt sicher!

Nichtsdestotrotz glänzt SAP bei Benchmarks, Studien, Auszeichnungen, Symposien, Nachhaltigkeitsberichten, was uns alle natürlich auch freut. Kritisch betrachtet, staunt man jedoch, wie perfekt die Marketingmaschinerie funktioniert, ungeachtet dessen, was wir sonst noch in der Presse zu SAP aufschnappen. Das wird gern verschwiegen.

Sozial-Sponsoring ist ein anderer Begriff für Nachhaltigkeit unter Fachleuten. Nur was ist daran sozial nachhaltig, wenn doch so viele Beschäftige bei SAP unter dem permanenten Druck und den Arbeitsbedingungen, unter gesundheitliche Folgen leiden und von einem Urlaub zum nächsten Urlaub hächeln?

Ist es wirklich ökonomisch und sozial nachhaltig, wenn ...

- die SAP Frauen (auch die wenigen in höher dotierten Stellen) auf niedrigerem Gehaltsniveau im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen stagnieren?
- die Anzahl der Langzeitkranken stetig steigt?
- überwiegend ausserhalb Deutschlands investiert wird?
- die Viel- und Langstreckenfliegerei zum guten Image gehören?
- eine verquere Vergütungsstruktur, die die "soziale Schere" noch mehr auseinander driften lässt, herrscht?

Die Umsetzung von mehr sozialen und menschenrechtlichen Kriterien wäre nachhaltig; im ökologischen Bereich gibt es auch reichlich Nachholbedarf! Mogelpackung Nachhaltigkeit?

Letzte Änderung: 30.12.2013


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